Der Rettichclub Wehrda trifft sich seit über 30 Jahren jeden Mittwoch im Ferienpark

Im Gemüse vereint

Mögen Rettich und den wöchentlichen Klatsch: Dagmar Appel, Jürgen Appel, Elke Appel, Karl-Günter Appel, Roswitha Kauffunger, Günter Kauffunger, Birgit Binder, Claudia Röll, Heinz Diemer, Armin Homt, Hilde Stuckardt (von links), Ernst Sippel und Waltraud Diemer (unten von rechts). Den Rettichclub Wehrda komplettieren Martin und Susanne Hergert sowie Wilhelm Röll. Foto: Maaz

Wehrda. Rettich ist wohl nicht das beliebteste Gemüse, die Aktiven des Rettichclubs Wehrda hält das Kreuzblütengewächs trotzdem seit über 30 Jahren zusammen. Seit 1981 treffen sie sich im Ferienpark Wehrda, und anfangs kamen auch noch stets Rettichsalat in verschiedenen Variationen und andere Rettichgerichte auf den Tisch. Heute darf es ruhig mal Wurst sein.

„Immer nur Rettich wurde doch irgendwann eintönig“, gibt der Vorsitzende des Clubs, Günter Kauffunger, zu, der außerdem mit einem Schmunzeln darauf hinweist: „Wir sind ein reiner Stammtisch und kein Gartenbauverein.“ Die Idee für den Club war beim Rotenburger Strandfest entstanden. „Dort sind wir oft gemeinsam hingefahren und dort gab es stets Rettich und Brezeln“, erklärt Kauffunger, der den Club damals gemeinsam mit Karl-Günter Appel (genannt Otto) und Elke Appel – die aus Rotenburg stammt – ins Leben rief. Zum 30. Geburtstag im Jahr 2011 überreichte ihnen der Rotenburger Bürgermeister eine Urkunde, die seitdem natürlich gut sichtbar im „Vereinsheim“ des Clubs hängt.

So gut wie jeden Mittwoch treffen sich die aktiven Clubmitglieder zwischen 45 und 75 Jahren. „Ausfallen lassen wir unser Treffen nur in besonderen Ausnahmefällen“, sagt Kauffunger.

Politik bei Hausmannskost

Die 15 bis 30 Männer und Frauen tauschen sich über aktuelle Ereignisse in der Gemeinde aus, über Politik, Vereine, Klatsch und Tratsch. „Jeden Mittwoch wird zusammengetragen, was gerade aktuell ist. Wir haben jedes Thema drauf“, erklärt Karl-Günter Appel. „Wie jeder Stammtisch betreiben wir hier Ortspolitik ...“ Die meisten Clubmitglieder kommen aus Haunetal, aber auch aus Langenschwarz und Steinbach sind welche dabei.

Neben den Treffen im Ferienpark organisieren die Rettichfreunde gemeinsame Radtouren, ein jährliches Sommerfest, Backhausfeste oder Aktivitäten bei Veranstaltungen im Dorf. In der Vergangenheit sei der Club zudem immer mit einer Mannschaft beim Bürgerschießen erfolgreich gewesen. Die Bewirtung mit frischer Hausmannskost übernimmt mittwochs immer abwechselnd jemand anderes. Extra für den Fototermin durfte es dann auch doch mal wieder Rettichsalat sein. „Der kleine, rote Rettich schmeckt wie Radieschen und ist nicht so scharf“, wissen die Stammtischbesucher. Die bekanntere sei aber wohl die große, weiße Sorte. „Er schmeckt, aber riecht halt ein bisschen“, meint Karl-Günter Appel mit einem Achselzucken.

Nicht unbeliebt

Eines steht auch nach über 30 Jahren übrigens noch auf der Agenda: Der Club plant einen Ausflug zum Rettichfest am Bodensee, das jeden Sommer viele Besucher anlockt. „Da müssen wir auch unbedingt mal hin“, sind sich die Mitglieder einig. Ganz so unbeliebt scheint das Gemüse also doch nicht zu sein, nicht nur in Wehrda.

Von Nadine Maaz

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