Fischbacher bereiten die 700-Jahr-Feier ihres Ortes vor – „Hier kennt jeder jeden“

Gemeinschaft im Grünen

Wie die Zeit vergeht: Vor 700 Jahren wurde der Haunecker Ortsteil Fischbach erstmals urkundlich erwähnt – und es ist noch gar nicht so lange her, dass Pferdefuhrwerke durch den Ort zogen. Das Bild entstand vor dem Haus Diehl, das es heute nicht mehr gibt. Die Scheune steht noch, sie ist aber nicht mehr wieder zu erkennen. Fotos: nh

Fischbach. Etwas abseits, aber mitten im Grünen liegt der Ort Fischbach. Auf eine 700-jährige Geschichte kann das Haunecker Dorf zwischen Bodes und dem Schenklengsfelder Ortsteil Erdmannrode zurückblicken, die natürlich entsprechend gefeiert werden soll – und zwar am Samstag und Sonntag, 23. und 24. Juni. Die Vorbereitungen für das Fest laufen, die Festschrift mit vielen Informationen und Anekdoten ist gerade frisch aus dem Druck gekommen.

„Fischbach ist ein kleiner Ort mit vielen Kuriositäten“, beschreibt Anke Eisenbach „ihr“ Dorf. „Hier kennt jeder jeden und es gibt einen tollen Zusammenhalt in unserer streitfreien Gemeinschaft“, sagt Ortsvorsteherin Anke Kraft. Auch „Fremde“ werden darin herzlich aufgenommen, wie Kraft aus eigener Erfahrung weiß. Die Ortsvorsteherin zog selbst 1999 aus der Nähe von Oldenburg nach Fischbach. Anke Eisenbach ist erst vor zwei Jahren zugezogen, doch auch sie fühlt sich jetzt als Fischbacherin.

„Die Menschen, die hier wohnen, fühlen sich noch mit ihrer Gemeinde verbunden“, sagt Bürgermeister Harald Preßmann. Das zeige sich auch bei der Organisation der 700-Jahr-Feier.

Festschrift mit Anekdoten

Neben dem gemeinsamen Festausschuss für die Feier gibt es noch einen eigenen Ausschuss für die Festschrift zum 700. Geburtstag, der mit Anke Kraft, Anke Eisenbach, Heinrich Eisenbach, Horst Reinhard und Karl-Heinz Aust besetzt ist. Horst Reinhard ist dabei übrigens der einzige „Original-Fischbacher“. Vor etwa einem Jahr hat der Ausschuss seine Arbeit aufgenommen, nun ist die Festschrift fertiggestellt und gedruckt. 1 000 Exemplare sollen für einen Euro bei den Feierlichkeiten verkauft werden.

Das Ausschuss-Team hat fleißig Geschichten und Fotos gesammelt, aber auch Grußworte und Anzeigen galt es einzuholen. Die Historie Fischbachs war grob natürlich allen bekannt, doch auch für Kraft und Co. gab es noch einige neue Details rund um das Dorf zu erfahren.

Die Festschrift soll keine reine Chronik darstellen, sondern eher eine Sammlung mit Erzählungen und Bildern von Fischbacher Zeitzeugen. Zu erfahren gibt es Wissenswertes zu Hochwasserschäden, zur ersten Wasserleitung, zur Gründung der Feuerwehr – die als heute einziger Verein auch bei den 700-Jahr-Feierlichkeiten mit im Boot sitzt, zum ehemaligen Schützenverein und dem Einzug von Telefon und Kabelfernsehen. Die alten Fotos, zum Großteil in schwarz-weiß, werden am Festwochenende dann auch im Dorfgemeinschaftshaus ausgestellt.

Früher gab es zwei Kneipen

Mit einer Fläche von 97 Hektar und derzeit 85 Einwohnern in 22 Häusern gehört Fischbach zu den 20 kleinsten der 146 Dörfer im Landkreis. „Wir haben zurzeit vier Kinder im Kindergartenalter“, berichtet Anke Kraft, die sich über den Nachwuchs im Dorf freut. Früher gab es mal zwei Kneipen, heute ist die Metzgerei Schott das einzige Geschäft in Fischbach.

Inmitten von so viel Grün, prägen natürlich auch Tiere das Bild, wie Rehe, aber auch Wildschweine und Waschbären. „Hier sagen sich Fuchs und Hase gute Nacht“, meint Horst Reinhard schmunzelnd.

Von Nadine Maaz

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