Abteilungen der Feuerwehren Wetzlos/Schletzenrod und Stärklos wollen fusionieren

Gemeinsam an der Spritze

Gemeinsam stark sein wollen die aktiven Brandschützer aus Wetzlos, Schletzenrod und Stärklos. Unser Bild zeigt von links Meik Sippel (Wehrführer Wetzlos/Schletzenrod), Kurt Kerstberger (Wehrführer Stärklos), Benjamin Weß (stellvertretender Wehrführer Wetzlos/Schletzenrod) und Haunetals Gemeindebrandinspektor Daniel Streibler. Foto: Maaz

Wetzlos/Schletzenrod/Stärklos. Wie viele Vereine, haben auch die freiwilligen Feuerwehren Nachwuchsprobleme. In Haunetal wollen sich deshalb die Einsatzabteilungen aus Wetzlos/Schletzenrod und Stärklos zusammenschließen.

„Die Zahl der Aktiven geht immer weiter zurück“, sagt der Stärkloser Wehrführer Kurt Kerstberger, der seit fast 40 Jahren bei der Feuerwehr ist. Mit der Zusammenlegung sollen Synergieeffekte genutzt werden, um den Brandschutz optimal gestalten und sicherstellen zu können, erklärt Haunetals Gemeindebrandinspektor Daniel Streibler.

Erste Überlegungen für eine solche Fusion gab es schon vor rund fünf Jahren. Gemeinsame Wettkampfübungen finden ebenfalls schon seit längerem statt. Einstimmig über die gewünschte Fusion abgestimmt haben die Mitglieder der beiden Feuerwehren nun am 18. September. Vorausgegangen war bereits eine notwendige Satzungsänderung.

Jetzt wird alles seinen offiziellen Gang nehmen. Über die Gemeindeverwaltung wird ein entsprechender Antrag in die Gemeindevertretung eingebracht. Dem Vorhaben zustimmen müssen dann auch der Fachdienst Brandschutz des Landkreises und das hessische Kompetenzzentrum für Interkommunale Zusammenarbeit. „Wir hoffen, die Fusion bis zum 31. März 2015 umsetzen zu können“, so Streibler.

In Stärklos gibt es derzeit 18 aktive Brandschützer, die Feuerwehr Wetzlos/Schletzenrod kommt auf 41 Aktive. Darunter fallen laut Wehrführer Meik Sippel aber auch die Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung. Noch aktiv an Einsätzen beteiligt sind dort demnach zehn bis 15 Kameraden.

Den Wehren in den drei Ortsteilen fehlt Nachwuchs, außerdem werden die Aktiven immer älter. Der stellvertretender Wehrführer für Wetzlos/Schletzenrod, Benjamin Weß, ist mit 31 Jahren einer der Jüngsten seiner Truppe. „Viele sind wegen der Arbeit auch tagsüber eingeschränkt“, weiß Kerstberger.

„Bereitschaft nimmt ab“

Streibler will noch ein weiteres Problem ausgemacht haben: „Die Bereitschaft, sich ehrenamtlich für die Nachbarn einzusetzen, nimmt ab“, so der Gemeindebrandinspektor. Viele Bürger hielten es für selbstverständlich, dass die Feuerwehr da ist, wenn man sie braucht.

Eine eigene Jugendwehr gab es in Stärklos noch nie, in Wetzlos/Schletzenrod ist die Jugendabteilung vor einigen Jahren geschlossen worden. „Auch für die Nachwuchsarbeit braucht man Leute mit Erfahrung und freier Zeit“, so Streibler.

Räumlich hat es für die Wehren Wetzlos/Schletzenrod und Stärklos bereits Veränderungen gegeben. Das Feuerwehrhaus in Wetzlos, in dem ein Fahrzeug untergebracht ist, ist vor rund zwei Jahren umgebaut worden. Vor kurzem ist ein neuer Spindraum mit 20 Schränken fertiggestellt worden, den dann auch die Kameraden aus Stärklos nutzen sollen. In Stärklos steht derzeit nur ein Tragkraftspritzenanhänger samt Tragkraftspritze, der demnächst nach Wetzlos „umziehen“ wird.

„Fusionen sind für die Zukunft sinnvoll, wenn man sie keinem aufzwingt“, ist Daniel Streibler überzeugt, der außerdem klarstellt: „Der Brandschutz in Haunetal ist sichergestellt. Aber wir wollen die Schlagkraft in den Ortsteilen erhalten.“

Von Nadine Maaz

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