Gemeindevertreter, -vorstand und Ortsbeirat zum Hochwasserschutzkonzept für Rhina

Gemeinsam Lösung finden

Farbig markiert sind auf dem Plan die vorgesehenen Hochwasserschutzmaßnahmen. Plan: Büro Vollmer

Neukirchen. Der Hochwasserschutz in Rhina war Thema einer gemeinschaftlichen öffentlichen Sitzung der Gemeindevertretung und des Gemeindevorstands der Marktgemeinde Haunetal und des Ortsbeirats Rhina. „Ich bin neu und der Bauamtsleiter ist auch neu“, entschuldigte Bürgermeister Stefan Euler die erneute Vorstellung des Projekts, das einige Ratsmitglieder nun bereits zum dritten Mal hörten. Dabei klagten einige, dass wieder nicht alle, die es angehe, anwesend seien.

Andreas Vollmer vom Planungsbüro Vollmer in Geseke erläuterte die Maßnahmen, die vorgesehen seien, zum Beispiel den Bau eines Hochwasserdamms und einer Hochflutrinne entlang der Rhina, eine Hochwassermauer zur Mühle hin und diverse externe Durchlässe. Darüber hinaus müsse die Haune an verschiedenen Stellen um bis zu 50 Zentimeter abgesenkt werden. Für dieses Konzept seien Wasserrechtsantrag und Fördergeld bereits bewilligt.

Heute nicht mehr zu ändern

Willi Leister beklagte Bausünden aus den 80er Jahren, die von Vollmer bestätigt wurden. Diese seien aber Gegebenheiten, die heute nicht mehr zu ändern seien. Es habe in der Vergangenheit Begradigungen im Bereich der ortsnahen Haune gegeben, und auch die Brückenkonstruktion sei nicht dem Lauf des Wassers entsprechend. Hier fließe das Wasser nicht ab und sorge zusätzlich für Versandung. Renate Frauenfelder erklärte, dass die Bahn seinerzeit die Haune beschnitten habe und ob da denn nichts zu machen sei. „Es gibt gewisse Dinge, die so sind, wie sie sind“, so Vollmer. Man könne diskutieren, die Bahn zur Rechenschaft zu ziehen oder Straßen zu verlegen, aber das nütze nichts. Nichts werde zurückgebaut oder sonst irgendwie verändert, das sage die „unabänderliche Nutzung“ durch Bahn und Straßenführung aus.

Dr. Hans-Jörg Leister, der selbst bereits als Strömungsmechaniker gearbeitet hat, bezweifelte die Verlässlichkeit der vom Planungsbüro Vollmer angewandten eindimensionalen Untersuchung. Seiner Meinung nach fehlten in dieser Berechnung die rückgestauten Bereiche oder die Strömungsaufteilungen durch Flutmulden. Diese Gegebenheiten seien nur durch eine zweidimensionale Analyse festzustellen.

Vollmer verteidigte seine Vorgehensweise, die auftragsgemäß ausgeführt worden sei und erklärte, dass für die hydraulische Berechnung ein bundesweit anerkanntes Verfahren zur Anwendung gekommen sei, das den Bewuchs und vieles andere detailliert berücksichtige. Dr. Leisters Frage jedoch, ob diese Methode nicht auch Unsicherheitsfaktoren berge, musste Ingenieur Vollmer bejahen.

„Es gibt noch viele Fragen in viele Richtungen“, schloss Bürgermeister Euler den Vortrag und die Diskussionen ab, „wir wollen uns zusammensetzen und Lösungen finden.“

Von Elfriede Jeuthner

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