Im Oktober sollen alle Einheiten der Wohnanlage in Unterhaun verkauft sein

Gemeinsam erfolgreich

Frisches Gemüse aus eigenem Anbau: In der Anlage des betreuten Wohnens in Unterhaun hat Heidi Fischer-Preßmann (Fünfte von links) vor kurzem ein Hochbeet angelegt. Ihr über die Schulter schauen einige Bewohner sowie Bürgermeister Harald Preßmann, Jutta Preiß-Völker (Sechste von links) für die Seniorenbetreuung Diakonisches Werk Hersfeld-Rotenburg und den Verein Seniorenwohnen Hersfeld-Rotenburg und Verwaltungsfachkraft Regina Schmidt. Foto: Maaz

Unterhaun. „Mehr Bio geht nicht“, sagt Heidi Fischer-Preßmann lachend mit Blick auf das neue Hochbeet der Wohnanlage Am Wendebach in Unterhaun. Im Juni wurde das Beet mit Salat, Petersilie, Schnittlauch, Sellerie und Knoblauch aufgebaut, jetzt können die ersten „Früchte“ geerntet werden – dem grünen Daumen von Fischer-Preßmann und den fleißigen Helfern sei Dank.

Früchte trägt mittlerweile auch das seit zwei Jahren bestehende Wohnprojekt, auf das Haunecks Bürgermeister Harald Preßmann sichtlich stolz ist. Zwar seien die gemeindlichen Gremien und die Projekt-Partner von Anfang an für das Vorhaben gewesen, es habe aber doch eine gewisse Skepsis geherrscht und das Ganze sei zunächst etwas schleppend angelaufen. „Aber Anfang dieses Jahres ist der Knoten geplatzt“, freut sich das Gemeindeoberhaupt. „Im Oktober werden alle Wohneinheiten verkauft sein“, ist Preßmann zuversichtlich.

Vermietet werden die nicht selbst genutzten Eigentumswohnungen über den Verein Seniorenwohnen Hersfeld-Rotenburg als Generalmieter, der auch Betreiber des Hauses ist. Für die Betreuung der Bewohner ist die Seniorenbetreuung Diakonisches Werk Hersfeld-Rotenburg verantwortlich. In beiden Vereinen ist Bürgermeister Preßmann seit diesem Jahr auch Vorstandsmitglied.

Erste Gespräche für das drei-Millionen-Euro-Projekt hatte es bereits 2005 gegeben, mit dem Bau war dann 2010 begonnen worden. Die Seniorenbetreuung Diakonisches Werk Hersfeld-Rotenburg und der Verein Seniorenwohnen Hersfeld-Rotenburg betreuen und betreiben schon seit 2001 auch in Bad Hersfeld eine solche Anlage. Als Investor in Unterhaun trat Bickhardt Bau auf, auch die Gemeinde Hauneck verpflichtete sich, acht Wohnungen mit Stichtag 30. Juni 2012 zu übernehmen. Zwei wurden schließlich gekauft, für die es aber inzwischen auch Interessenten gibt.

Mit 90 Jahren die Älteste

„Unsere Bewohner profitieren von der Gemeinschaft“, erklärt Fischer-Preßmann als zuständige Fachkraft für die Anlage und wichtigste Ansprechpartnerin der Bewohner. Ziel sei es, dass die Bewohner so lange wie möglich selbstständig bleiben könnten, ergänzt Jutta Preiß-Völker, stellvertretende Vorsitzende der Seniorenbetreuung Diakonisches Werk. Gleichzeitig bekämen sie Unterstützung bei alltäglichen Dingen.

Dabei ist die Wohnform aber nicht unbedingt nur für Senioren geeignet. Der jüngste Bewohner in der Anlage ist mit 39 Jahren ein durch eine Behinderung eingeschränkter Mann. Die älteste Bewohnerin ist mit 90 Jahren Ruth Donath, die seit gut anderthalb Jahren in Unterhaun lebt. Nach 25 Jahren in Bad Hersfeld sei sie eigentlich eine echte „Herschfellerin“, aber auch in Hauneck fühle sie sich nun wohl. „Hier ist es schön grün und ich kann mit meinem Rollator spazieren gehen“, so Donath. „Und wir verstehen uns alle gut.“ Bei der Organisation von Spielenachmittagen, Gymnastik, Ausflügen, Fahr- und Einkaufsdiensten helfen ehrenamtliche Seniorenberater. „Denen gilt ausdrücklich unser Dank“, betont Preßmann.

Die Anlage Am Wendebach ist also inzwischen mit Leben gefüllt. Und im nächsten Sommer kommt vielleicht ein zweites Gemüsebeet hinzu.

Von Nadine Maaz

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