Der Eiterfelder Ortsteil Großentaft wurde vor 1200 Jahren erstmals erwähnt

Gefeiert wird zweimal

Jubiläumsdorf im Hessischen Kegelspiel: Der Eiterfelder Ortsteil Großentaft wurde vor 1200 Jahren erstmals urkundlich erwähnt. Gefeiert wird am 27. März und am 27./28. Juni. Foto: nh

Großentaft. Im Kegelspiel wird gefeiert: Großentaft erinnert in diesem Jahr an seine erste urkundliche Erwähnung vor 1200 Jahren. Ins Festjahr fällt auch das 275-jährige Bestehen der Pfarrkirche St. Joseph.

Auch wenn die Funde der Archäologen vom Kleinberg und dem Stallberg belegen, dass die Kelten schon in „grauer Vorzeit“ in der Gemarkung des heutigen Großentaft gesiedelt haben – die „schriftliche“ Geschichte des Ortes beginnt mit dem 27. März 815. Das belegt der sogenannte Retzbacher Vertrag, der an diesem Tag zwischen dem Würzburger Bischof Wolfger und dem Fuldaer Abt Ratgar besiegelt wurde. In diesem Dokument erhält der Abt das kirchliche Zehntrecht in „Duae Tafta“, so wurde Großentaft zusammen mit Wenigentaft damals genannt.

Drei Burgen im Dorf

Zwischen den Jahren 1257 und 1406 ist ein Rittergeschlecht derer von Tafta bekannt und es gab zu unterschiedlichen Zeiten nicht weniger als drei Burgen oder befestigte Anlagen im Dorf. Daran erinnert heute noch der Wehrfriedhof hinter der Kirche. Eine Wasserburg stand auf der anderen Seite der Taft „Am Kaemnatengarten“, eine dritte Burg stand am nordöstlichen Rand des Dorfes, „Am Salzrain“. Kirchlich war Großentaft ursprünglich, wie es auch heute wieder ist, Filiale der Pfarrei Rasdorf, kam dann an das würzburgische Landkapitel Geisa und wurde während des Dreißigjährigen Krieges vorübergehend vom Stift Hünfeld betreut. Die Pfarrkirche St. Joseph wurde 1740 nach den Plänen des Fuldaer Dombaumeisters Andrea Gallasini nach nur vier Jahren Bauzeit fertiggestellt. Die barocke Kirche an ihrem erhöhten Standort prägt zusammen mit den großen Dreiseithöfen im alten Ortskern das Erscheinungsbild des Dorfes.

Party und Festmeile

Gefeiert wird das Ortsjubiläum an zwei Terminen. Am 27. März, dem Datum der „Geburtsurkunde“, veranstalten die Großentäfter eine Geburtstagsparty mit Unterhaltungsprogramm und Prominenten-Talkrunde, Musik und Tanz.

Drei Monate später, am Wochenende 27./28. Juni wird sowohl an die Ersterwähnung vor 1200 Jahren als auch an die Weihe der Pfarrkirche St. Josef erinnert. Am Samstag gibt es um 18 Uhr einen ökumenischen Festgottesdienst mit Generalvikar Professor Dr. Gerhard Stanke aus Fulda und dem Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Professor Dr. Martin Hein. Am Sonntag wird Großentafts Ortskern zu Festmeile: Ein stehender Festzug und viele andere Angebot erwarten die Besucher. Altes Handwerk, Kinderkarussell und Straßenmusik wechseln sich ab mit Oldtimern und modernen Elektroautos und die „Candida mit der Schelle“ wird wie früher die Veranstaltungen ausrufen. Für das Gelingen des Festes arbeitet seit Januar 2012 der Festausschuss unter Leitung von Harald Hahn. Jeder Verein im Dorf und auch die Kirchengemeinde ist hier vertreten. Die Vorbereitungen laufen jetzt auf Hochtouren.

Von Hartmut Zimmermann

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