Karine Tabbara aus Saudi Arabien trainierte auf der Reitanlage Litz in Eiterfeld

Zu Gast im Land der Pferde

Saudische Pferdesportler zu Gast in Eiterfeld: Karine Tabbara (rechts) und Talah Al Saadi kommen extra aus Saudi Arabien, um in Deutschland zu trainieren und um Pferde zu kaufen. Für einige Wochen waren sie auf der Reitanlage Litz zu Gast. Foto: Maaz

Eiterfeld. Auf der Reitanlage Litz in Eiterfeld geht es ganz schön international zu. In den Ställen wird neben Deutsch häufig Englisch, Italienisch und Französisch gesprochen. Regelmäßig hat Ralf Litz auch Gäste aus dem Nahen Osten in seinem Sport-, Handels- und Aufzuchtstall – wie Karine Tabbara und Talah Al Saadi aus Saudi Arabien.

Karine Tabbara ist 26 Jahre alt und stammt gebürtig aus dem Libanon. Nach einigen Jahren in Frankreich, lebt sie nun mit ihrer Familie seit 14 Jahren in Saudi Arabien. In Eiterfeld war die junge Frau jetzt zum ersten Mal, nach Deutschland kommt sie seit einigen Jahren aber regelmäßig – zum Reiten und um neue Pferde zu kaufen.

„Die Pferde bringen mich immer wieder hierher“, sagt die 26-Jährige, die mittlerweile etwas Deutsch spricht und für rund drei Wochen bei Ralf Litz zu Gast war. Auf der Litzschen Anlage ging es ihr vor allem ums Trainieren, mehrmals am Tag standen Spring-Einheiten mit verschiedenen Pferden auf dem Plan. Gleich sechs Pferde hatte sie schon vorher in der Nähe von Bremen gekauft.

„Weltweit bekannt“

Mit dem Flugzeug werden die Tiere später in speziellen Boxen nach Saudi Arabien geflogen, vorerst bleiben sie aber noch in Deutschland. Für so einen Transport gibt es einiges zu organisieren, die Pferde müssen geimpft werden, ein Bluttest ist Pflicht, Papiere müssen ausgestellt werden. Doch für Karine Tabbara scheint das nichts neues zu sein. „Deutschland ist neben Belgien und den Niederlanden das beste Land, um Pferde zu kaufen und um zu trainieren, und weltweit dafür bekannt“, erklärt die 26-Jährige. Etwa 30 Pferde habe sie daheim im Stall, auch der Rest ihrer Familie reitet.

Der Reitsport ist für Karine Tabbara aber nur ein Hobby, wenn auch ein „ausgewachsenes“, wie sie sagt. Beruflich ist Tabbara Grafikdesignerin. Als Frau könne sie in Saudi Arabien ohnehin nur privat dem Reitsport nachgehen. An öffentlichen Turnieren dürfen Frauen nicht teilnehmen. Wenn Karine Tabbara bei solchen Wettkämpfen starten will, muss sie ins Ausland reisen, etwa nach Dubai oder eben nach Deutschland. Das sei natürlich sehr kostspielig. Zwar sei der Reitsport auch in Saudi Arabien nicht gerade günstig, aber doch günstiger als Deutschland, meint sie.

An Deutschland gefällt der 26-Jährigen das kühle Wetter. „Hier kann man den ganzen Tag trainieren, zu Hause können wir erst ab dem späten Nachmittag aufs Pferd.“ Immerhin rund 50 Grad Celsius herrschen im Sommer, 25 im Winter. Für die Pferde gäbe es in Deutschland viel Gras, in Saudi Arabien stehen die Tiere auf Sand. Insgesamt fühle sie sich hier sehr wohl und willkommen, berichtet Karine Tabbara. Das Essen sei nicht viel anders, nur Schwein und Alkohol sind für die Araber tabu.

Tabbaras Verlobter Talah Al Saadi war schon 2011 für einige Tage zum Trainieren bei Ralf Litz. Der 29-Jährige ist professioneller Springreiter, in Eiterfeld kaufte er jetzt mehrere neue Pferde.

Von Nadine Maaz

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