Volles Haus bei Infoveranstaltung in Oberstoppel – Referent kritisierte Energiewende

Front gegen die Windkraft

Volles Haus: Die Ortsbeiräte Unterstoppel und Oberstoppel hatten für Montagabend zu einer Infoveranstaltung zum Thema Windräder ins Dorfgemeinschaftshaus Oberstoppel eingeladen, und das Interesse war groß. Fotos: Maaz

Oberstoppel. Dass die Windkraft viele Menschen umtreibt, wurde am Montagabend einmal mehr im Dorfgemeinschaftshaus Oberstoppel deutlich. Gut 80 Zuhörer hatten sich dort auf Einladung der Ortsbeiräte Unterstoppel und Oberstoppel eingefunden, die als Referenten zum Thema Dr. Ing. Detlef Ahlborn eingeladen hatten, der den Abend quasi zur One-Man-Show machte.

Ahlborn ist bekennender Windkraftgegner und zweiter Bundesvorsitzender der Initiative „Vernunftkraft“, in der sich zahlreiche Bürgerinitiativen und Interessengemeinschaften aus Deutschland zusammengeschlossen haben, die sich gegen den „Wildwuchs“ von Windkraftanlagen zur Wehr setzen wollen.

„Ein Luftschloss“

Mit deutlichen Worten, vielen Zahlen und geschickter Rhetorik versuchte Ahlborn über anderthalb Stunden lang, das Publikum davon zu überzeugen, dass die politisch gewollte Energiewende ein Luftschloss und die Windkraft wenig effektiv ist, wenngleich er sich nicht als Propagandist gegen Windräder verstanden sehen wollte.

Nach einem kurzen Exkurs zur Stromproduktion und zur fehlenden Speicherfähigkeit des Stroms, erläuterte der Ingenieur die Leistungsfähigkeit eines Windrades, das zu sehr von der Zufälligkeit des Wetters abhänge. „Die volle Leistung erreichen die Anlagen nur an wenigen Tagen im Jahr“, sagte Ahlborn. „Die meiste Zeit stehen sie still.“ An 100 Tagen im Jahr betrüge die Leistung unter 120 Kilowattstunden.

Schlicht und einfach nicht umsetzen ließen sich in Hessen die Vorgaben zur Erzeugung von Energie durch Wind. „Alle sechs Kilometer müsste demnach ein Windpark mit zehn Anlagen entstehen“, rechnete Ahlborn vor. Naturschutzverbänden wie dem BUND warf er Doppelmoral vor. „Wir schänden unsere Landschaft“, so Ahlborn. „Den Menschen wird über die Stromrechnung das Geld aus der Tasche gezogen.“ Auch lasse sich mit der Windkraft kein CO2 einsparen, im Gegenteil.

Einem Großteil der Gäste schien der Referent aus der Seele zu sprechen. Unter den Zuhörern gab es aber auch Befürworter der Windkraft. „Ich hätte gerne ein Windrad“, sagte etwa Adam Huff aus Oberstoppel, der zudem Kritik an Ahlborns Ausführungen übte.

Auf die Frage, welche Alternative zur Windkraft er denn vorschlage, blieb der Referent weitestgehend unkonkret. Er verwies auf eine nötige Effizienzverbesserung bei der herkömmlichen Energiegewinnung und die Notwendigkeit des Energiesparens.

Auf Informationen zum Windvorranggebiet am Stoppelsberg nördlich von Steinbach, und somit in Sichtweite von Unterstoppel und Oberstoppel, warteten die Zuhörer am Montagabend vergeblich. Der Bürgerinitiative, die mögliche Anlagen dort verhindern möchte, gehören auch Bürger aus Haunetal an, darunter Oberstoppels Ortsvorsteher Reiner Reul.

Von Nadine Maaz

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