Günther und Peter Liebau leiten das Modern Art – Größere Räume geschaffen

Frischer Wind im Museum

Kurator Günter Liebau neben dem Gemälde von Heng Li aus Haar. Heng Li gewann mit diesem Werk den 1. Preis. Fotos: Desoi

Hünfeld. Seit Frühjahr 2014 leiten der Galerist Günter Liebau und der Designer Peter Liebau als Kuratoren das Museum Modern Art in Hünfeld. Zwei Kunstpreise wurden schon verliehen. Der dritte Preis, ein Publikumspreis, wird am Sonntag, 16. November, um 16 Uhr überreicht.

Das Museum Modern Art stand in den Jahren 2012 und 2013 leer, beziehungsweise still. Jürgen Blum, der einstige Gründer und Inspirator des Museums im alten Gaswerk Hünfeld, konnte es aus Krankheitsgründen nicht mehr leiten. Lange wurde überlegt, wer diese Aufgabe übernehmen könne. Einige lehnten die Bitte ab, denn die Aufgabe bedeutet einen hohen Zeitaufwand für geringe Kostenerstattung.

Also musste ein Liebhaber her. Da war es doch günstig, dass der Kunstlehrer Günter Liebau aus Burghaun gerade in den Ruhestand wechselte und sein Sohn Peter zusagte, bei der Museumsarbeit einzusteigen. Nun wurde der Ruhestand zum Unruhestand, und es tut sich was im alten Gaswerk.

Die Stiftung Jürgen Blum mit 4000 Kunstwerken wurde gesichtet und geordnet. Das Museum wurde umgebaut. Aus vielen kleinen Räumen wurden die Trennwände entfernt und große übersichtliche Räume geschaffen. Waren diese Trennwände früher dazu da, einzeln die Künstler zu präsentieren, so wirken die Kunstwerke nun in passender Harmonie wie eine Einheit. Die Beschriftung mit Namen des Erschaffers steht jeweils darunter. Oft sind Erklärungen beigegeben. Beim Publikum kommt die neue Gestaltung gut an. Seit der Kompletteröffnung Ende September kamen über 600 Besucher und damit sehr viel mehr als in den Jahren zuvor.

Die Trägerschaft liegt in den Händen der Stadt Hünfeld. Die Kuratoren Günter Liebau und Peter Liebau inventarisieren, verwalten und präsentieren die Stiftung Sammlung Jürgen Blum mit ihren 4000 Kunstwerken. Dazu Günter Liebau: „Im Team haben wir die jetzige Doppelausstellung Stiftung und Sammlung Jürgen Blum und die Wettbewerbsausstellung konzipiert und aufgebaut. Wände haben wir aus den Pavillons und aus der Halle herausnehmen lassen, um so sehr viel großzügiger Kunst zu präsentieren.“ Zur Teileröffnung im März habe sich die Ausstellungsfläche mehr als verdreifacht. Die konkrete Sammlung wird mit ausgesuchten Werken nun auch in den Nebengebäuden und in den angrenzenden Pavillons gezeigt.

Die Werke der Bauhauskünstler, mit konkreter Kunst Anfang des 20. Jahrhunderts, fordern die ungeteilte Aufmerksamkeit des Betrachters. Die bekanntesten in Hünfeld ausgestellten Bauhauskünstler sind Max Bill, Josef Albers und Ludwig Wilding. Ein weiterer Vertreter des systematischen Konstruktivismus ist Matti Kujasalo, Leiter der Kunstakademie in Helsinki, mit seinen Gemälden. Gerade hier beeindrucken die neu gestalteten Räume durch ihre Offenheit und geben den Kunstwerken Luft zum Atmen. Auch die Größe des Museums, die Anlage und der Innenhof, das alles bildet eine interessante Einheit. Für den Gang durch das Museum sollte man sich etwa anderthalb Stunden Zeit nehmen.

Von Christa Desoi

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