Yontak Choi und Ulrich Barnickel stellen in der Galerie Liebau in Burghaun aus

Figuren tanzen mit Bildern

Dr. Ulrich Barnickel und Yongtak Choi (rechts) stellen zurzeit in der Galerie Liebau in Burghaun aus. Im Vordergrund zwei Figuren von Dr. Ulrich Barnickel „Medeia“ und „Mariechen“. Im Hintergrund Gemälde „Ophelia der Farbe“ von Yongtak Choi. Fotos: Desoi

Burghaun. Der südkoreanische Maler Yongtak Choi und der deutsche Skulpturenmacher Ulrich Barnickel stellen bis 7. Juni in der Galerie Liebau aus. Die Vernissage war wie immer gut besucht.

Yongtak Choi stellt nicht zum ersten Mal in Burghaun aus. Viele Kunstinteressierte haben sich auf seine neuen Werke gefreut. Choi ist ein Meisterschüler von Professor Kurt Haug. Und Haug bürgt für Qualität. Choi selbst nennt seine jetzige Ausstellung „All + Ein“. Dabei bezeichnet das „All“ in seiner Porträt-Serie den alles umfassenden Kosmos, dessen Individuen als Teil des Ganzen ihre eigenen Universen für sich beanspruchen.

Farbenprächtige Bilder

Fans seiner Malkunst kommen voll auf ihre Kosten. Die farbenprächtigen Bilder sind „Stimmungsmacher“ und tragen auch bei Regentagen den Frühling mit in die Wohnung. Choi lässt den Betrachter teilhaben an seiner optimistischen Welt und lädt ihn ein, tiefer einzusteigen. Durch sein handwerkliches Können und seine exakte Beobachtungsgabe kann das Auge genießen und sich auf die Kommunikation einlassen. Chois Bilder öffnen des Betrachters Seele. Adios Frühjahrsmüdigkeit, adios jegliche Art von Depression. Ja, in den Farbzusammenstellungen liegt ein Geheimnis und erinnert an Goethes Farbenlehre.

Zwischen den Bildern stehen passend angeordnet die Stahlfiguren des Dr. Ulrich Barnickel. Spätestens seit Erstellung seiner vier bis sechs Meter hohen Kreuzweg-Figuren rund um Point Alpha ist Ulrich Barnickel hier in der Gegend jedem bekannt. Die Skulpturen sind Hohlplastiken aus Stahl, die im natürlichen Lauf der Jahreszeiten Patina anlegen. Die Figuren in der Galerie sind kleiner und wirken sensibler. Zerrissenes, geborstenes Metall erinnert an die Verletzbarkeit des Menschen. Hinzu kommt sehr diffiziles handwerkliches Können.

Dieses entdeckt man erst recht auf den zweiten Blick und beim Umschreiten der Figuren, wenn man sich auf diese emotional einlässt. Die Figuren treten mit dem Betrachter in ständige Kommunikation.

Christliche Themen

Das Schöne an den Vernissagen bei Liebaus ist die Anwesenheit der ausstellenden Künstler. Barnickel wurde nach seinen nächsten Werken und Vorhaben gefragt. Barnickel: „Parallel zu dieser Ausstellung läuft die Ausstellung in der Dombibliothek Fulda bis 21. Mai zu dem Thema die zehn Gebote.“ Papst Johannes Paul II. habe den Künstlern den Aufruf mitgegeben, mehr christliche Themen in ihren Werken zu gestalten. Leider sei das schon vor 20 Jahren gewesen. Aber nun habe die Kirche diesen Aufruf weitergegeben und verstärkt. In diesem Sinne wolle er sich dem Thema „die sieben Todsünden“ stellen und diese Thematik in die Gegenwart holen.

Einfühlsame Musik

Einfühlsam wurde die Vernissage von Andreas Leipold mit seiner Querflöte musikalisch umrahmt.

Von Christa Desoi

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