Im Eiterfelder Land brannten auch in diesem Jahr zahlreiche Hutzelfeuer

Feuer treiben Winter aus

Am Ende des Sachsenweges hinter dem Industriegebiet Eiterfeld wurde das Hutzelfeuer errichtet und angezündet. Von der Anhöhe aus konnte man auch die Hutzelfeuer in den Ortsteilen Arzell, Leimbach und Leibolz brennen sehen. Foto: Desoi

Eiterfeld. Es ist ein alter Brauch im Eiterfelder Land. Jedes Jahr werden dort in den Dörfern am ersten Sonntag nach Rosenmontag große Hutzelfeuer errichtet und abgebrannt. Das geschieht jedes Jahr unter Aufsicht der Feuerwehr.

Für Verunsicherung sorgte in diesem Jahr jedoch eine Orientierungshilfe des hessischen Umweltministeriums. Darin wurde den Kommunen geraten, eine Gefahrenabwehrverordnung zu erlassen und die Hutzelfeuer zu reglementieren. Im Klartext: Die Holzstöße sollten erst am Hutzelsonntag aufgeschichtet werden, die Holzstöße sollten nur zwei Meter hoch und breit sein, das Feuer sollte bis zum vollständigen Erlöschen beaufsichtigt werden. Es gab Orte, die darauf hin das Hutzelfeuer absagten.

Essensvorräte gingen aus

Nicht so Eiterfeld. Hier wurde das Hutzelfeuer schon immer von der Feuerwehr beaufsichtigt. Das Hutzelfeuer hat hier lange Tradition. Die Wurzeln liegen in den Bräuchen unserer heidnischen Vorfahren. Der erste Sonntag nach Fasching ist in den meisten Ortschaften der Hutzelsonntag. In früheren Zeiten gingen um diese Jahreszeit die Essens-Vorräte zur Neige. Nach Entzünden des Feuers gingen die Kinder auf Betteltouren. Sie erbettelten Hutzeln (getrocknete Birnen und Pflaumen).

Die Hutzeljungs und Hutzelmädchen hatten die Wochen vorher Holz eingesammelt und aufgeschichtet. Dieses wurde am Hutzelsonntag verbrannt. Das ist gleichzeitig eine praktische Entsorgung alter Weihnachtsbäume oder der Überreste vom Heckenschnitt. Dieser Brauch sollte den Winter endgültig austreiben. Heute wird kein Dörrobst mehr verschenkt. Die Kinder freuen sich über Süßigkeiten oder Geld.

Natürlich müssen sie vorher das Hutzellied singen. Für die Kinder ist das jedes Jahr ein riesiges Ereignis. So auch dieses Jahr in Eiterfeld.

Von Christa Desoi

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