Regina Vögler aus Großentaft feierte jetzt ihren 100. Geburtstag in Eiterfeld

Ein festes Gottvertrauen hilft

Auch die dreijährige Urenkelin Ann-Sophie gratulierte Regina Vögler. Foto: Karl-Heinz Burkhardt

Großentaft. Regina Vögler aus Großentaft feierte jetzt ihren 100. Geburtstag.

Sie ist das fünfte von sieben Geschwistern, von denen zwei auf tragische Weise sehr früh verstarben. Gemeinsam mit ihrer Mutter bearbeitete sie von Kindheit an das kleine landwirtschaftliche Anwesen „Klitsche“, während sich ihr Vater und ihre Brüder als Maurer und Bauführer von Frühjahr bis Spätherbst in Westfalen verdingten, wie es früher in vielen Rhöner Familien üblich war.

Wohnungsnot

Nach Anstellungen als Hauswirtschaftsgehilfin bei verschiedenen Familien in Großentaft, Rasdorf und Fulda heiratete sie kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges ihren Mann Josef Vögler aus Soisdorf und siedelte nach Rotenburg an der Fulda um. Bedingt durch den Flüchtlingsstrom und die aufziehende Wohnungsnot in den letzten Kriegsjahren musste sie ihr neues Zuhause in Rotenburg aber bald wieder aufgeben und kehrte nach Großentaft ins Elternhaus zurück.

Nach glücklicher Rückkehr ihres Ehemannes aus der Kriegsgefangenschaft 1948 übernahm sie den kleinen landwirtschaftlichen Betrieb, während ihr Ehemann eine lebenslange Anstellung bei der Raiffeisengenossenschaft, unter anderem bei der Viehverwertung Hünfeld, fand. Ihr langes Leben war geprägt von Bescheidenheit, Arbeit, der Sorge um ihre Familie und dem Vertrauen auf Gottes Fügung.

Bis weit in die 90er-Jahre war sie bei guter Gesundheit, lebte im Haushalt ihres Sohnes Gerhard Vögler und seiner Frau Monika bei liebevoller Betreuung, bis im Frühjahr 2012 die fortschreitende Demenz sie zwang, im Pflegeheim „Brücke“ in Eiterfeld ihren Lebensabend zu verbringen.

Einfache Landkost

Ihr Rezept zum „Altwerden“ war stete Arbeit, viel Bewegung, einfache Rhöner Landkost, hin und wieder ein Gläschen Wein bei besonderen Anlässen – und ein festes Gottvertrauen.

Gerne erzählte sie von einem unvergesslichen Urlaub mit ihrem Mann Josef: drei Tage Abtsroda an der Wasserkuppe. Es war der einzige Urlaub in ihrem Leben.

Zu ihrem Ehrentag gratulieren nun ihre vier Kinder mit Familien, elf Enkel und 15 Urenkel. (ag)

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