Feierlicher Gottesdienst zum 120. Geburtstag des MGV Kruspis-Holzheim

Es fehlt der Nachwuchs

Musikalisch: Der Jubiläumschor mit Chorleiter Christian Georg, im Hintergrund sitzt Pfarrer Thomas Funk. Foto: Jeuthner

Kruspis. „Man sieht’s euch nicht an“, versicherte Pfarrer Thomas Funk den Mitgliedern des seit 120 Jahren bestehenden Männergesangvereins Kruspis-Holzheim und lobte in seiner Begrüßung die Tradition, zu solch einem wichtigen Ereignis andere Chöre einzuladen und das Festprogramm gemeinsam zu gestalten.

Feierlich eingeleitet wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor des Kirchspiels Neukirchen, darauf folgten im Wechsel mit den Grußworten der jeweiligen Gratulanten die Chorbeiträge der Gastchöre. Zu Beginn bezauberte Claudia Uecker-Tost auf einem Instrument aus der Werkstatt des ortsansässigen Albrecht-Richard Nüchter mit zarten Harfenklängen die Festgemeinde. Teils stimmgewaltig, teils verhalten gaben die Chorgemeinschaft Hohe Luft/Kathus, der MGV Neukirchen 1950 und der MGV 1899 Wehrda Heiteres und Besinnliches zum Besten.

Neun Chorleiter

Durch alle Glückwünsche und Festreden zog sich wie ein roter Faden die Sorge um den fehlenden Nachwuchs. Diesen Umstand beklagte der Vorsitzende des Sängerkreises Hersfeld Helmut Großenbach ebenso wie der Vorsitzende des MGV 1892 Holzheim-Kruspis Helmut Reidelbach, der einen kurzen Einblick in die Geschichte des Vereins gab. Insgesamt seien seit Bestehen des Vereins neun Chorleiter tätig gewesen, und durch alle Höhen und Tiefen seien sie immer dem Motto, „dem Wahren Guten Schönen soll unser Lied ertönen“, das auch ihre Vereinsfahne ziert, treu geblieben.

120 Jahre Chortätigkeit bedeute auch, 120 Jahre lang in der Gemeinde einen beträchtlichen kulturellen Beitrag zu leisten, betonte Heiko Wiegand, Ortsvorsteher von Holzheim und mit Abstand jüngstes Mitglied des Jubiläumsvereins. Und das geschehe seit ebenso vielen Jahren „uneigennützig, unentgeltlich und unentbehrlich“.

Der Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde Neukirchen Gerhard Bug erinnerte sich in seiner Festrede gerne an die Glockeneinweihung vor etwa 24 Jahren. Dazu habe er die Chöre der Gemeinde eingeladen, und das sei ein sehr erfreuliches Ereignis gewesen. Musik habe eine sehr positive Wirkung auf die Menschen, zitierte er Gotthilf Fischer, der festgestellt habe, dass gerade ältere Menschen während des Singens von Minute zu Minute um Jahre jünger geworden seien.

Dem schloss sich auch Bürgermeister Stefan Euler an und verwies zur allgemeinen Erheiterung auf den überaus positiven gesundheitlichen Aspekt des Singens. Darüber hinaus fördere es die Intelligenz und auf alle Fälle die Gemeinschaft.

Durch das Programm führte humorvoll Frank Wiegand, der die Festgemeinde im Namen der Veranstalter zum anschließenden gemütlichen Beisammensein rund um das Dorfgemeinschaftshaus einlud.

Von Elfriede Jeuthner

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