Bürger gründen Interessengemeinschaft gegen Windparkpläne in Buchenau

„Fast ein Industriegebiet“

Gemeinsame Sache: Peter Schaaf (von links), Judith Bock, Hans Uhlemann, Jürgen Heimroth und Stefan Eibich von der neu gegründeten Interessengemeinschaft wehren sich gegen die Windpark-Pläne in Buchenau. Foto: Mehler

Buchenau. Die Stimmung in Buchenau ist angespannt. Nachdem Anfang Juni bekannt geworden war, dass sich gleich zwei Firmen für Buchenau als Standort für Windkraftanlagen interessieren, hat sich jetzt Widerstand formiert. Bürger haben die „Interessengemeinschaft (IG) gegen Windpark Forst Wilmowsky-Rotenhan“ gegründet, um das Vorhaben zu verhindern.

„Wir brauchen und wollen keine Windräder in unserem Ort“, macht Stefan Eibich von der Interessengemeinschaft deutlich. Er und seine Mitstreiter befürchten die Zerstörung ihres Lebensraums.

In der zweiten Offenlegung des Regionalplans im September könnten die Suchräume rund um Mahnberg, Dicker Berg und Hauberg wieder aufgenommen werden – die beiden Unternehmen zeigen sich zumindest zuversichtlich. AboWind plant derzeit mit acht Anlagen im Privatwald Rotenhan, die SynEnergie mit zwölf Windräder im Privatwald von Wilmowsky (wir berichteten). „Dann wird aus Buchenau fast ein Industriegebiet“, sagt die Buchenauerin Judith Bock von der IG.

Nicht grundsätzlich dagegen

Andere Standorte seien wesentlich geeigneter, entlang von Autobahnen etwa, betont auch Stefan Eibich. Die Vorgabe, dass landesweit zwei Prozent der Fläche für Windkraft reserviert werden soll, hält der Buchenauer für unüberlegt: „Soll es jetzt unser Problem sein, dass das Land diese Flächen benötigt?“

Die IG wendet sich aber nicht grundsätzlich gegen die Energiewende. Sie dürfe aber weder Mensch noch Natur belasten, müsse bezahlbar bleiben und nicht zuallererst der „Befriedigung von Profit- und Habgier weniger Investoren und Grundeigentümern“ dienen. So zumindest wird es von der IG in einem strategischen Papier formuliert.

Eibich erklärt das näher: „Die Ängste und Sorgen der Bürger müssen ernstgenommen werden.“ Das Landschaftsbild in Buchenau mit seinen drei Schlössern werde durch den Bau von Windrädern zerstört, Immobilien verlören an Wert, gesundheitliche Beeinträchtigungen durch Lärm, Schattenschlag und Infraschall seien zu befürchten. Und auch auf den „Bedrohungseffekt“ durch die Größe der Anlagen weist Eibich hin.

Zudem kritisieren die Mitglieder der Bürgerinitiative die unzureichenden Informationen. „Wir wissen momentan eigentlich gar nicht, was hier abläuft“, sagt etwa Roman Hurna. Auch die Darstellung von SynEnergie, die kürzlich während einer Ortsbeiratssitzung über ihre Pläne berichtet hatte und hohe Gewerbesteuereinnahmen für die Gemeinde in Aussicht gestellt hatte, sieht er skeptisch: “Diese werden sicher nur minimal ausfallen.“ Eibich stellt deshalb fest: „Wir müssen uns nun erst einmal sortieren, wir werden recherchieren und überlegen, wie wir die Pläne kippen können.“

Kompromisse werde die IG sicher nicht eingehen, erklären die Mitglieder. Denn die Nutzung von Windenergie könne nicht „von einer Minderheit aus Politik und Wirtschaft gegen die Interessen der Menschen in der Region“ durchgesetzt werden.

Von Sabrina Mehler

Kommentare