Freiheitsstrafe auf Bewährung für Haunetaler

Ex-Freundin gewürgt und geschlagen

Hünfeld. Weil er seine ehemalige Lebensgefährtin lebensgefährlich verletzt hatte, wurde ein 48-Jähriger aus Haunetal vom Strafrichter am Amtsgericht Hünfeld verantworten zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten verurteilt, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wird. Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann aus einem Haunetaler Ortsteil zudem vorgeworfen, auch die Tochter der Eiterfelderin gewürgt und geschlagen zu haben.

Gegen Ofen geschleudert

Obwohl sie schon längere Zeit getrennt lebten, suchte der Haunetaler im März diesen Jahres die Eiterfelderin in ihrer Wohnung auf. Gleich nachdem sie die Wohnungstür geöffnet hatte, stieß er die Frau, schlug und würgte sie. Danach schleuderte er sie gegen den heißen Kaminofen, wo sie mit dem Kopf aufschlug. Als die 52-Jährige die Polizei rufen wollte, riss der Angeklagte die Telefonleitung aus der Wand, würgte sie erneut und drohte sie umzubringen. Die Tochter der Eiterfelderin war Zeuge der schrecklichen Auseinandersetzung und ging dazwischen. Sie wurde ebenfalls gewürgt, geschlagen und kam mit dem Kopf auf dem Boden auf.

Die Mutter rettete sich in die erste Etage des Hauses. Dort trat der Mann die Tür ein. Erst als die Tochter vom Balkon aus Hilfe vom benachbarten Sportplatz rief, ließ der Mann von ihr ab und wartete auf das Eintreffen der Polizei. Mit schweren Verletzungen an Kopf und Körper mussten die Frauen zwei Tage stationär im Krankenhaus behandelt werden.

Vor Gericht gab der Haunetaler die Tat in vollem Umfang zu. Seine Anwältin Stefanie Gröner erklärte, ihr Mandant bereue die Tat zutiefst. „Ich kann es nie wieder gutmachen“, erklärte er während der Verhandlung. Dem Richter versprach der 48-Jährige, sich nicht mehr der Familie seiner ehemaligen Lebensgefährtin zu nähern und sie in Ruhe zu lassen.

Die Tat sei „von einer Gesinnung, die Angst macht“, erklärte Peter Müller-Engelmann, Anwalt der Eiterfelderin, die als Nebenklägerin erschien. „Was sich an dem Abend abgespielt hat, ist beispiellos“, meinte der Rechtsanwalt.

Richter Szymon Mazur verurteilte den Haunetaler wegen gefährlicher Körperverletzung in Tateinheit mit Sachbeschädigung und Nötigung zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten, die für drei Jahre ausgesetzt wurde. Der Haunetaler darf sich der Familie der Eiterfelderin ein Jahr lang nicht nähern. Ein Bewährungshelfer soll ihm helfen, sein Leben in den Griff zu bekommen. Außerdem muss er 1800 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Als strafmildernd bewertete Mazur, dass der Angeklagte sich nach der Tat selbständig in psychiatrische Behandlung begeben, die Erstzahlung einer Wiedergutmachung geleistet habe und strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten sei. Aber er habe das Vertrauensverhältnis ausgenutzt, um diese Tat zu begehen.

Die Tat verfolgt ihn

Nun sei es wichtig, in die Zukunft zu schauen, erklärte der Richter. „Der Angeklagte hat das Leben der Geschädigten sowohl körperlich als auch psychisch gestört. Aber auch sein eigenes – denn die Tat verfolgt ihn, wie er selbst gesagt hat“, sagte Mazur. „Vergessen wird es von allen nicht.“ Mit Finanziellem könne man die Verletzungen nicht rückgängig machen, aber zeigen, dass man es bedauere. Mazur hofft, dass den Opfern das Urteil helfe, das Geschehen aufzuarbeiten, so dass ein Neuanfang möglich sei.

Von Christiane Hartung

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