Auch Haunetal beteiligt sich an EAM – Klares Votum fürs Mehrgenerationenhaus

Mit 35 Euro im Geschäft

Neukirchen. Nicht alle Gemeindevertreter waren dafür, aber auch die Marktgemeinde Haunetal wird sich am rekommunalisierten Energieversorger EAM beteiligen. 13 Vertreter stimmten am Dienstagabend im Bürgerhaus Rustikana in Neukirchen dafür, sieben stimmten dagegen oder enthielten sich. Gegen eine Beteiligung waren die FWG-Fraktion und Teile der CDU.

Auch der Haupt- und Finanzausschuss war sich nicht einig und hatte die Zustimmung mit drei zu zwei Stimmen empfohlen. Laut der SPD seien die Hintergründe zwar für Nicht-Betriebswirtschaftler kaum zu verstehen, trotzdem sah man das Risiko nicht als zu hoch an. Auch die FWG fühlte sich überfordert angesichts der fast 40-seitigen Ausführungen zum Geschäftsmodell, der Fraktionsvorsitzende Klaus Billing witterte gar Betrug.

„Bürgschaften drohen“

Gerhard Diehl von der CDU hielt die Beteiligung ebenfalls für nicht sinnvoll, zumal in Haunetal nur drei Ortsteile über die EAM versorgt würden – Stärklos, Kruspis und Holzheim. Dr. Hans-Jörg Leister (CDU) hatte die „drohenden Bürgschaften“ ins Feld geführt.

Für einen Kaufpreis von 35 Euro erhält Haunetal einen Anteil in Höhe von 0,140 Prozent am Stammkapital der Gesellschaft. Mit dem Beschluss übernimmt Haunetal aber auch eine anteilige Höchstbetrags-Ausfallbürgschaft für Kreditkapital- und Nebenforderungen von bis zu 23 000 Euro gegenüber der finanzierenden Banken für die Kreditaufnahme durch die EAM Sammel und Vorschalt Mitte GmbH sowie bis zu 184 000 Euro gegenüber dem Bankenkonsortium, das den Kauf der Aktien an der E.on Mitte AG finanziert hat.

Ebenfalls ohne die Stimmen der FWG und bei einer Enthaltung wurde beschlossen, das Gesamtbudget für den Umbau des Dorfgemeinschaftshauses Odensachsen von 400 000 Euro auf 405 000 Euro zu erhöhen. Die aktuelle Entwurfsplanung mit Kostenschätzung liegt laut Gemeindevorstand bei 404 184 Euro. Weil die Förderung im Rahmen der Dorferneuerung Ende September 2015 ausliefe, sei nun – nach acht Planungsvarianten – Eile geboten, merkte der SPD-Fraktionsvorsitzende Gerhard Kauffunger an.

Einer Meinung waren alle beim Mehrgenerationenhaus: Der Beschluss, die kommunale Trägerschaft auch 2015 weiterzuführen, wurde einstimmig gefasst. Voraussetzung ist die Förderung durch den Bund. „Wir brauchen die Gemeinschaft in Haunetal, das Geben und Nehmen“, erklärte Jürgen Leimert (SPD) mit Blick auf den demografischen Wandel.

Von Nadine Maaz

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