FWG Haunetal spricht von „Zickenkrieg“

Erste Beigeordnete will im Amt bleiben

Haunetal. Nachdem die Haunetaler CDU die Erste Beigeordnete Almuth von Campenhausen (FWG) zum Rücktritt aufgefordert und damit den Bruch der CDU/FWG-Fraktionsgemeinschaft eingeleitet hat (HZ berichtete), stellt von Campenhausen nun klar: „Ich trete nicht zurück.“ Rückendeckung bekomme sie dabei vom Rest der FWG.

„Für die Bürger da sein“

Die Erste Beigeordnete gab zu, sich in der Vergangenheit an einer Stelle falsch verhalten zu haben, insgesamt habe sie aber keine großen Fehler gemacht und sich nichts vorzuwerfen. „Wer nichts macht, macht auch nichts falsch“, so von Campenhausen. Auf der kommunalpolitischen Ebene sollten parteipolitische Interessen zurückgestellt werden. „Ich möchte allein für die Bürger da sein“, sagt die Erste Beigeordnete.

Die FWG wirft der CDU derweil Arroganz vor. Diese hat sich bislang noch nicht öffentlich zum Thema geäußert, aber angekündigt, dies noch zu tun.

„Nach 20 Monaten Zusammenarbeit und der Möglichkeit mehrheitlicher politischer Gestaltung ergeben sich erneut politische Veränderungen in Haunetal“, schreibt die FWG in einer Pressemitteilung. „In beispielloser Arroganz wurde seit Wochen gegen die Erste Beigeordnete und ein weiteres FWG-Vorstandsmitglied ein Feldzug geführt, der für die Freie Wählergemeinschaft in Haunetal nicht länger hinnehmbar ist.“

Bei dem Zwist zwischen FWG und CDU geht es offenbar auch um das Dorfgemeinschaftshaus Rhina und die gemeindlichen Finanzen der vergangenen Legislaturperioden unter dem Alt-Bürgermeister.

Die FWG sieht sich als Interessenvertreter derjenigen, „die sich Sorgen um die weitere Entwicklung Haunetals machen“, und verfolge dabei keine Partei-Interessen. Sie versteht sich als „unabhängig, frei und niemandem gegenüber verpflichtet“.

Eine weitere Zusammenarbeit mit der CDU schließt die FWG aus: „Ein unter Zähneknirschen gegründetes Bündnis geht mit einem persönlich geprägten und einseitigen Zickenkrieg zu Ende.“

Die CDU habe laut FWG auch Haunetals Bürgermeister Stefan Euler stark beschädigt, dem die Freien Wähler erneut das volle Vertrauen aussprechen möchten.

Bürgermeister überrascht

Der Bürgermeister war in der vergangenen Woche ebenfalls von der Rücktrittsforderung der CDU gegenüber von Campenhausen überrascht worden. „Ich wäre gerne vorab informiert worden“, ärgert sich Euler. Eventuell hätte ein sachliches Gespräch einige Ärgernisse ausräumen können.

Euler ist selbst CDU-Mitglied ist und war bei seiner Bewerbung um das Amt des Gemeindeoberhaupts sowohl von der CDU als auch von der FWG unterstützt worden. (red/nm)

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