Keine Resolution zu G 9 an der Lichtbergschule

Eltern enttäuscht von der Wende

Eiterfeld. Die Enttäuschung war so groß, dass FWG-Gemeindevertreter Stefan Dietrich wutentbrannt den Saal verließ. Die Eiterfelder Gemeindevertreter wollten den Dringlichkeitsantrag von FWG/SPD zu G 9 an der Lichtbergschule nicht mit auf die Tagesordnung ihrer jüngsten Sitzung nehmen. Nur 20 von 31 Gemeindevertretern waren dafür – einer zu wenig.

So wurde das Thema nicht behandelt, das den anwesenden Eltern unter den Nägeln brannte: Die Lichtbergschule kehrt zwar zu G 9 zurück, das gilt aber nicht für die Kinder, die bereits die fünfte und sechste Klasse besuchen. Mit dem Antrag sollte die Gemeinde eine Resolution unterstützen, die die Rückkehr zu G 9 auch für diese Jahrgänge fordert. Damit sollte Einfluss auf den Landesgesetzgeber genommen werden, bis zum nächsten Schuljahr eine Übergangslösung für Gymnasien und Gesamtschulen zu schaffen. 450 Unterschriften aus Eiterfeld wurden dafür bereits gesammelt.

Gert Oehrling (CDU) wies darauf hin, dass die Resolution nur einen symbolischen Charakter habe: „Hier geht es um ein Landesgesetz, da können wir nichts entscheiden.“ Viel mehr brachte aber Oskar Ruhl, Vorsitzender der Gemeindevertretung, die Eltern gegen sich auf: Ihrer Meinung nach beeinflusste er in unzulässiger Weise die Abstimmung, die dann auch denkbar knapp ausging. Ruhl ist Schulleiter der Gesamtschule in Schenklengsfeld und gab zu bedenken, dass eine Umsetzung der Forderung für die Schule zeitlich kaum noch möglich sei. Außerdem sagte er, man solle sich gut überlegen, ob man in schulische Angelegenheiten reinreden wolle.

Ruhl widersprach: Zum einen sei der Antrag nicht dringlich, weil über das Thema seit Mitte 2012 diskutiert werde. Es sei genug Zeit gewesen, den Antrag auf normalem Weg zu stellen. Außerdem sei es seine Pflicht, auf den zu kurzen Zeitraum für die Umsetzung der Forderung hinzuweisen.

„Gleichbehandlung“

Die Eltern ärgern sich, dass sie von ihren Gemeindevertretern nicht einmal symbolische Unterstützung erhalten. Iris Haarmann fühlt sich verschaukelt: „Es ist sehr schade, dass unsere Kinder allem Anschein nach in der Gemeinde Eiterfeld nichts wert sind. Wir Eltern sehen, wie unsere Kinder immer weniger Kind sein können. Ein Tag mit Schule und Hausaufgaben ist schnell zu einem Acht- bis Neun-Stunden-Tag geworden.“ Sie verlangt „eine Gleichbehandlung der Kinder, die jetzt in den fünften und sechsten Klassen in dem G 8-Schlamassel stecken, mit den Kindern, die ab Sommer automatisch in das G 9-System rutschen“. (ag)

Kommentare