Margot Bolender und ihr Mann Carl Schmitt haben den Film „Sushi in Suhl“ produziert

Aus Eitra ins Filmgeschäft

Margot Bolender aus Eitra und ihr Mann Carl Schmitt haben den Film „Sushi in Suhl“ produziert, der seit wenigen Wochen im Kino läuft und die aberwitzige Geschichte von Rolf Anschütz erzählt, der zu DDR-Zeiten in Südthüringen ein Sushi-Restaurant betrieb. Foto: Maaz

Eitra. Die „irre Geschichte“ des Gastronomen Rolf Anschütz, der zu DDR-Zeiten im südthüringischen Suhl ein japanisches Restaurant betrieb, faszinierte die aus Eitra stammende Margot Bolender und ihren Mann Carl Schmitt. „Da muss man was drauß machen“, waren sie sich einig, als sie vor gut acht Jahren einen Fernsehbericht über Anschütz’ Geschichte sahen.

Mittlerweile ist der Film in den deutschen Kinos angelaufen, der Trailer ist auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sehen.

Margot Bolenders Weg aus aus dem Haunecker Ortsteil Eitra ins Filmgeschäft führte über Frankfurt. Nach dem Abitur machte sie in Bad Hersfeld zunächst eine Lehre zur Rechtsanwaltsgehilfin.

Schließlich ging sie nach Frankfurt, wo sie als Marketingassistentin arbeitete. Als ihre Tochter geboren wurde, wechselte sie zum Hessischen Rundfunk, wo sie von der Produktion bis zur Kulturredaktion in verschiedenen Abteilungen arbeitete. Beim HR lernte die Eitraerin dann auch ihren späteren Ehemann Carl Schmitt kennen, der dort als freier Produktionsleiter beschäftigt, aber gleichzeitig im Filmgeschäft tätig war. 2001 machte sich Schmitt selbstständig, kleinere Dokumentationen waren fortan Schmitts Hauptgeschäft. Bolender blieb beim HR, kümmerte sich aber auch um die Geschäftsführung des kreativen Zwei-Mann-Betriebs.

Erster Spielfilm

2003 produzierte Schmitt mit dem preisgekrönten Film „Das Leben geht weiter“ die erste große Dokumentation. „Sushi in Suhl“ ist nun der erste große Spiel- und Kinofilm, der aber ebenfalls auf einer wahren Begebenheit basiert (siehe Hintergund), und eine mehr oder weniger simple Botschaft vermitteln soll: „Fantasie kennt keine Grenzen.“ Dass es von der Idee bis zum fertigen Film einige Jahre gedauert hat, ist vor allem der Suche nach Mitstreitern geschuldet.

„Er war schwer, die Leute von unserer Idee zu überzeugen“, berichtet Schmitt. Schließlich habe es in den vergangenen Jahren so einige „Ost-Filme“ gegeben, außerdem wollten Schmitt und Bolender keine typischen Kinogesichter und einen Regisseur, der „nicht zu nah am Osten dran ist“. Schließlich stieg der MDR mit ins Boot und das Startkapital war gesichert. Weitere Fördergelder kamen etwa von der Mitteldeutschen Medienförderung.

Das Drehbuch begleitete Schmitt kreativ mit. An 30 Tagen wurde unter anderem in Schmalkalden, Fulda und Frankfurt gedreht. Viel Geld verschlangen der Kulissen-Nachbau und die Kostüme. Kurz vor Ende ging den Produzenten dann fast das Geld aus, doch dank weiterer Fördergelder konnte das Projekt zu Ende gebracht werden. Zwei Millionen Euro betrug letztlich das Gesamtbudget.

Die Filmpremiere vor wenigen Wochen organisierten Schmitt und Bolender bewusst „auf dem flachen Land“, und die Menschen in Suhl seien begeistert gewesen.

Nach Eitra zu ihrer Familie kommt Margot Bolender regelmäßig zu Besuch, die Bad Hersfelder Festspiele locken das Produzenten-Paar jeden Sommer in die Lullusstadt.

An einen nächsten Film denken Bolender und ihr Mann zurzeit noch nicht. „Wir brauchen erstmal eine Pause“, sagt Bolender lachend. Allerdings hat das kreative Paar auch mit „Sushi in Suhl“ noch zu tun. Um den Film bei Festivals präsentieren zu können, muss er untertitelt werden. Auf DVD und im Fernsehen wird der Film dann in etwa zwei Jahren zu sehen sein. Ansonsten können Bolender und ihr Mann nur abwarten, ob ihr „Baby“ erfolgreich wird oder nicht.

Von Nadine Maaz

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