Joshua Steinberg aus Wetzlos plant eine Motorradtour als Rot-Kreuz-Botschafter

Einmal durch Afrika

Joshua Steinberg aus Wetzlos plant eine Motorradtour durch Afrika als DRK-Botschafter. Dazu wird er aber mit einer alten Maschine unterwegs sein. Dieses schicke Motorrad ist nur ausgeliehen. Foto: Zacharias

Wetzlos. Joshua Steinberg ist keiner, der lang stillsitzen kann. Er ist lieber unterwegs, lernt Menschen kennen und packt mit an. Das hat er auch während seines Freiwilligen Sozialen Jahres beim Deutschen Roten Kreuz nach dem Abitur getan. Das Studium ist ihm dagegen zu theoretisch. Deshalb zieht es den 23-Jährigen nun erst mal hinaus in die Welt. Er plant eine Motorradtour, die ihn vom nordhessischen Haunetal bis nach Südafrika führen soll.

Seine Leidenschaft fürs Motorrad hat Joshua schon als kleiner Junge entdeckt. Im Alter von zehn Jahren begann er Trial-Rennen zu fahren. Seit er 18 ist, ist er mit seiner Enduro unterwegs und hat schon zahlreiche große Motorradtouren unternommen.

Sorgfältig vorbereiten

Jetzt also Afrika. Darauf bereitet Joshua Steinberg sich sorgfältig vor. Es ist ihm bewusst, dass seine Reise nicht ohne Risiken ist, er ist jedoch überzeugt davon, dass Afrika auch nicht so gefährlich ist, wie viele meinen. Im vergangenen Jahr war er schon einmal auf dem schwarzen Kontinent. Zunächst arbeitete er in einem Krankenhaus in Kenia, dann reiste er mit dem Rucksack quer durchs Land. „Ich habe nur gute Erfahrungen gemacht und viele nette Menschen kennengelernt“, erzählt der junge Haunetaler. Er hat in Slums übernachtet und bei Menschen, die er getroffen hat. Niemals sei er angefeindet oder bedroht worden.

Wichtig sei es, so zu leben wie die Menschen vor Ort, ist Joshua Steinberg überzeugt. Er ist sich bewusst, dass er als Deutscher im Vergleich zu den meisten Afrikanern reich ist, aber diesen vermeintlichen Reichtum will er nicht zur Schau stellen. Reisen wird er mit einem einfachem, mehr als 20 Jahre alten Geländemotorrad, wie er es in Afrika vielfach gesehen hat. „Das kann man vor Ort reparieren“, nennt er einen großen Vorteil.

Übernachten im Zelt

Schlafen will Steinberg in einem Zelt oder bei Bekannten und nur das unbedingt Notwendige mitnehmen. Dazu gehören auch seine Medikamente, denn der 23-Jährige leidet seit seiner Kindheit an Mukoviszidose und in Folge dieser Erkrankung auch an Diabetes. Joshua weiß, dass seine Krankheit im Laufe der Jahre schlimmer werden wird. Aber es war ihm schon immer wichtig, sein Leben so normal wie möglich zu führen. Mitleid findet er schrecklich. Einen Teil seiner Medikamente wird Joshua Steinberg mitnehmen, den Rest will er sich zu Bekannten, bei denen er Station machen möchte, nachschicken lassen.

Finanzieren wird der junge Mann seine Reise aus seinen Ersparnissen und mit Geld, das er geschenkt bekommen hat.

Unterwegs will er auch wieder anpacken. Joshua Steinberg will als Rot-Kreuz-Botschafter unterwegs sein und mehrere Projekte des Roten Kreuzes in Afrika besuchen. Und dort natürlich helfen, wo es möglich ist.

Ebola-Gebiet

Dass seine geplante Reise entlang der Westküste Afrikas auch durch Ebola-Gebiet führt, ist Joshua Steinberg bewusst. Er hofft, dass die Seuche bis zum Jahresende, wenn er dorthin kommt, im Griff ist. Wenn nicht, will er Teile der Strecke auf dem Schiff zurücklegen.

Von Christine Zacharias

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