Eiterfelder Handwerker zu Geldstrafe verurteilt – Schmuckdiebstahl bei Chefin bleibt ungeklärt

Einer Kundin das Handy gestohlen

Eiterfeld. Ein 44-Jähriger aus einem Eiterfelder Ortsteil soll teuren Goldschmuck und ein Handy gestohlen haben. Am Hünfelder Amtsgericht wurde er deshalb nun zu einer Geldstrafe verurteilt.

Zwischen Juni und August 2011 soll der Angeklagte seiner Chefin Schmuck im Wert von rund 10 000 Euro gestohlen haben – eine Kette, einen Ring mit drei Rubinen sowie ein Armband und eine Halskette, jeweils aus 585-karätigem Gold. Im April 2012 soll der Eiterfelder zudem ein Handy entwendet haben, als er im Haus einer Frau in Burghaun ein defektes Rollo reparierte.

Arbeiten am Balkon

Am Balkon seiner Chefin hatte der Handwerker Renovierungsarbeiten erledigt. Dafür musste er durch das Schlafzimmer gehen, wo die 70-Jährige ihren Schmuck in einem Kasten aufbewahrte.

Der 44-Jährige wies die Vorwürfe zurück und erklärte, dass er nicht der Einzige vor Ort war. Ein weiterer Geselle sowie der Meister hätten sich auch ab und zu auf der Baustelle befunden. Durch das Gerüst hätte zudem jeder Zutritt zum Schlafzimmer haben können. Im gleichen Zeitraum sei ihm selbst der Geldbeutel aus seiner Tasche in der Werkstatt gestohlen worden.

Kein Verdacht

Dass der Schmuck fehlte, war der Chefin zunächst gar nicht aufgefallen. Erst die Tochter bemerkte den Ver- lust nach einiger Zeit. Die Frau aus einem Ortsteil von Burghaun hatte anfangs noch keinen Verdacht gegen ihren Arbeiter gehegt. Als aber ein Kunde sowie die Handybesitzerin anriefen und ihr Diebstähle meldeten, erstattete sie Anzeige.

Hund bellte nicht

Dass es nur der 44-Jährige gewesen sein könnte, machte sie daran fest, dass ihr Hund immer belle, wenn er einen Fremden sehen würde. Da sich der Hund nicht bemerkbar gemacht habe, müsse es ein Bekannter gewesen sein. Ihre Putzfrau sowie den anderen Gesellen verdächtigte sie nicht, da zu ihnen ein langjähriges Vertrauensverhältnis bestehe.

Amtsanwältin Christiane Vukota befand den Angeklagten in Sachen Handy-Diebstahl für schuldig, da er der Einzige gewesen sei, der mit der Frau in der Wohnung war. Auch bei dem Schmuck habe er genug Zeit und Ruhe gehabt, ihn zu stehlen. „So viele Zufälle kann es nicht geben.“ Vukota forderte eine Geldstrafe in Höhe von 120 Tagessätzen zu je 20 Euro.

Kein Nachweis für Schuld

Verteidiger Karsten Dücker sah keine Nachweise für die Schuld seines Mandaten. Jeder hätte über das Gerüst ins Schlafzimmer gelangen können. Die Vertrauensverhältnisse würden nicht davor schützen, andere Personen zu verdächtigen.

Richter Dominik Dute sprach den Handwerker schließlich im Fall des Schmuckdiebstahls frei: „Wer es war, bleibt offen.“ Für den Handydiebstahl wurde der Eiterfelder zu 30 Tagessätzen à 35 Euro verurteilt. (sat)

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