Vergleich im Rechtsstreit um das Haus Hessisches Kegelspiel

Eine Enttäuschung

Bis zum Sommer sollen alle noch anstehenden Arbeiten am Haus Hessisches Kegelspiel abgeschlossen sein. Foto: Karl-Heinz Burkhardt

Großentaft. Jahrelang hat der Rechtsstreit um den Baupfusch am Haus Hessisches Kegelspiel in Großentaft die Gemeinde beschäftigt. Jetzt gibt es einen Abschluss des juristischen Verfahrens. Die Gemeindevertreter stimmten am Donnerstagabend einstimmig einem Vergleich zu, bei dem die Gemeinde rund 154 000 Euro erhält.

Endlich ein Abschluss

„Es ist schlichtweg eine Enttäuschung, dass man nicht zu dem Ziel kommt, das man sich erhofft hat“, redet Bürgermeister Hermann-Josef Scheich (parteiunabhängig) nicht lange um den heißen Brei herum. Aus Sicht der Verwaltung sei es hingegen positiv, dass es endlich einen Abschluss gebe. Denn bei der Gemeinde türmen sich die Akten, die das Verfahren um das Haus Hessisches Kegelspiel (HHK) betreffen. Seit mehreren Jahren beschäftigt die Forderung nach Schadenersatz gegen den Architekten des Anfang der 90er Jahre gebauten Hauses das Landgericht Fulda - und die Gemeinde, die die Beseitigung der Baumängel finanzieren muss. Anfang 2006 waren bei dem für rund 3,7 Millionen Mark errichteten HHK schwere Baumängel entdeckt worden. Dazu gehören riesige feuchte Stellen im Keller und Schimmel an den Wänden im Treppenhaus.

Grund war unter anderem, dass die Drainage teilweise mit Gegengefälle verlegt worden war und die Bodenplatte lediglich 30 Zentimeter über dem Grundwasserspiegel liegt. Insgesamt vier Gutachter wurden in das juristische Verfahren einbezogen. „Die Gegenseite behauptete immer das Gegenteil, so dass weitere Gutachten nötig waren“, sagt Scheich.

Bisher 326 500 Euro

Für die Mängelbeseitigung sind bislang Kosten in Höhe von 326 500 Euro entstanden. Doch dabei bleibt es nicht, erläutert Scheich. Hinzu kommen rund 145 000 Euro – etwa für eine Zwillingspumpenanlage (28 000 Euro) und Fußbodenabdichtungsarbeiten im Keller (92 600 Euro). Den Grund, warum die Gemeinde nicht weiter vor Gericht kämpfen will, nennt FWG-Fraktionschef Theodor Kohlmann: „Wenn man die wirtschaftlichen Erfolgsaussichten bei einem Weiterführen der Klage gegen die dafür finanziell erforderlichen Aufwendungen abwägt, steht das in keinem Verhältnis mehr.

Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach.“ Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Michael Busold betont, dass alles andere als ein Vergleich nicht zielführend sei. Er sprach von einem „Ende mit Schrecken, wenn man sieht, was wir bereits ausgegeben haben und noch ausgeben müssen“. Beide übten deutliche Kritik. „Das Gericht hat keine gute Figur abgegeben“, sagt Kohlmann.

Nachdem die Gemeinde nun einen Schlussstrich unter den Rechtsstreit ziehen kann, sind auch die ausstehenden Arbeiten am HHK bald abgeschlossen. „Ich hoffe, dass bis zum Sommer alle noch erforderlichen Arbeiten durchgeführt sind“, erklärt Scheich.

Von Victoria Bott

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