Abschieds- und Dankgottesdienst für Pfarrer Gerhard Bug in Neukirchen

Ein echter Segen

Feierlicher Abschied in voller Kirche: Das Bild zeigt Pfarrer Gerhard Bug in der Kirchenbank, dort, wo er wohl in Zukunft sitzen wird … Foto: Jeuthner

Neukirchen. Nun ist sie wider Erwarten doch pünktlich fertig geworden, die katholische Kirche St. Michael in Neukirchen. Pünktlich zum Abschied von Pfarrer Gerhard Bug. Die Umbau- und Renovierungsarbeiten sind weitestgehend abgeschlossen und zum Dankgottesdienst erscheint sie in neuem Glanz, zugleich ein Zeugnis des Engagements des Pfarrers in dieser Kirchengemeinde.

Der Platz reichte nicht aus, um die vielen Besucher zu fassen, die gekommen waren, um Pfarrer Bug für sein Wirken zu danken und in den Ruhestand zu begleiten. Stephan Bernhard begrüßte die Anwesenden und freute sich über den großen Andrang. So voll sei die Kirche bestenfalls Weihnachten oder Ostern. Er wies darauf hin, dass dies nun die vierte und damit letzte Station der Verabschiedungsgottesdienste zu Ehren des Pfarrers sei und fügte hinzu: „Wir wollen Gott danken, dass er Sie in unseren Weinberg gestellt hat.“ Über 760 Taufen, mehr als 220 Eheschließungen und 560 Beerdigungen in all den Jahren, das sei eine enorme Leistung neben all den anderen Aufgaben, die der Geistliche zu bewältigen gehabt habe.

Ein bisschen Wehmut

„Es ist Zeit, Abschied zu nehmen“, sagte Bug und ein bisschen Wehmut war herauszuhören. Nach 47 Jahren sei es an der Zeit auszuruhen. „Voll Vertrauen gehen wir in die Zukunft – und ich tue das jetzt auch.“ Seine erste Erinnerung im Amt sei eine Begegnung mit fünf jungen Leuten in Burghaun vor vielen Jahren. Mit denen war er ins Gespräch gekommen, das sei an einem Freitag vor der Kirmes gewesen. Diese „jungen“ Leute von damals seien nun letzten Sonntag im Gottesdienst gewesen, das habe ihn sehr berührt. „So war ich immer von guten Menschen begleitet, vor allem auch jetzt beim Umbau der Kirche. Männer und Frauen, ohne die das Ganze nichts geworden wäre.“

Yvonne Bernhard bat Pfarrer Bug, auf einer Bank Platz zu nehmen. Das sei eine Probe für die Zukunft. Die Kinder der Haunetalschule mit Leiterin Christa Pettermann hatten ein kleines Spiel eingeübt, in dem sie beklagten, dass das Wort „Danke“ in neuerer Zeit wohl irgendwie abhandengekommen sei. An diesem Tag hatten es viele wiedergefunden.

„Wir haben die Ökumene gelebt“, erklärte Kindergartenleiterin Gerlinde Schott und dankte wie vor ihr bereits Christa Pettermann für die Zurverfügungsstellung der Kirche und die gute Zusammenarbeit. Sie gab den guten Rat: „Wenn Ihnen das Leben einmal eine Zitrone gibt – machen Sie einfach Limonade daraus!“

Altbürgermeister Hein-Peter Möller fasste das in Worte, was wohl vielen der Anwesenden aus dem Herzen sprach: „Herr, wir bitten dich: Begleite nun Pfarrer Bug auf seinem weiteren Lebensweg. Sei du mit ihm. Schenke ihm Kraft und Mut und ganz viel Gottvertrauen für das, was kommt. Lass ihm Menschen begegnen, die ihm in diesem neuen Lebensabschnitt zum Segen werden. Halte deine Hand über ihn und segne ihn.“

„Er ist echt“, erklärte Bürgermeister Gerd Lang und ging dabei auf etwas ein, das Pfarrer Bug vor vielen Jahren von einem Mitbruder gehört hatte. „Ihr müsst echt sein“, hatte dieser gesagt, und das habe Bug sehr beeindruckt. Einen feierlichen Rahmen bekam der Gottesdienst durch das eindrucksvolle Flötenspiel von Theresa Tränker und Maxima Hohmann.

Die evangelischen Pfarrer Thomas Funk und Steffen Blum sowie Dechant Markus Blümel aus Eiterfeld waren ebenfalls gekommen, um Pfarrer Bug die Ehre zu erweisen. Dabei hatten sich die beiden Geistlichen aus Haunetal etwas Besonderes einfallen lassen. Sie hatten aus einem bekannten Schlagerlied kurzerhand eine Lobes- und Abschiedshymne gemacht und trugen mit „Weine nicht, wenn der Pfarrer geht“ auf diese Weise gemeinsam ihren Dank und ihre guten Wünsche vor.

Von Elfriede Jeuthner

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