In Wehrda wurde am vergangenen Sonntag im gesamten Ort Allerlei aus zweiter Hand angeboten

Ein Dorf wird zum Trödelmarkt

Sehenswert: Ganze Grundstücke in Wehrda wurden mit Flohmarktartikeln regelrecht zugebaut. Fotos: Jeuthner

Wehrda. Diese Aktion können die Wehrdaer ganz sicher als vollen Erfolg für sich verbuchen. Bereits kurz nach der „Eröffnung“ ihres Flohmarktes am Sonntagmorgen waren die Parkmöglichkeiten auf den Straßen innerhalb des kleinen Ortes erschöpft, und Menschenmassen „trödelten“ zu den Ständen. Da wurde gefeilscht und gehandelt, was das Zeug hielt und so manches gute Stück wechselte den Besitzer.

Ute Härter aus Niederaula macht das zum ersten Mal. Sie hat neben Kinderkleidung in vielen Größen auch allerlei andere Dinge anzubieten. Einen Roller hat sie dort stehen und viele andere Spielsachen, denen ihre Kinder wohl entwachsen sind. Sie freut sich über die „tolle Idee“ und den großen Zuspruch. „und außerdem“, sagt sie, „ist Wehrda ja auch ein hübsches Dorf.“

„Als wir zusammengezogen sind, hatten wir viele Dinge doppelt“, erzählen Friederike und Nico Schwarz, die ihre nun überzähligen Haushaltsutensilien auf dem Hof Lotz ausgestellt haben. Friederike kommt selbst von hier, lebt aber mittlerweile mit ihrem Mann in Köln. Sie seien extra zu diesem Markt angereist, weil sie die Idee super fanden. Zu jedem gekauften Stück gab es hier zusätzlich ein kostenloses Erfrischungsgetränk.

An einem anderen Stand macht der Verkauf einer alten Uhr Brigitte Abel ein wenig zu schaffen. „Sie hat zwar nicht in unser Haus hier gepasst, aber ich habe sehr an ihr gehangen“, sagt sie. Es sei ihr schwer gefallen, sich von dem guten Stück zu trennen, aber sie habe den Eindruck, dass sie bei dem Herrn, der sie gekauft hat, in sehr gute Hände gekommen sei. Und das tröste sie ein wenig.

Alte Rechengeräte

Eine ganze Epoche Schreib- und Rechengeräte präsentierte Jürgen Klähn von der Kulturscheune Lange Wiese. „Wenn man sich überlegt“ sagt er versonnen beim Anblick der frühen „Automaten“, „dass man noch vor 20 Jahren damit geschrieben hat ...“

Allen machte die sengende Hitze zu schaffen. Die Menschen stöhnten und suchten Schutz vor der Sonne auf dem Kirchplatz unter den Linden und im „Cafe auf Zeit“. Hier gab es reichlich Möglichkeit, sich vom „Trödelstress“ zu erholen und dem Körper etwas Gutes zu tun.

Große Resonanz

„Es hat funktioniert“ sagt Ortsvorsteher Uwe Spies und zeigt sich zufrieden mit der großartigen Resonanz und der vereinsübergreifenden Unterstützung der Aktion. Er könne sich durchaus vorstellen, so etwas zu wiederholen. Auch die neue Apfelbaumallee rücke dank eifriger Spenden in greifbare Nähe.

Und dann gab es da noch die Aussteller, die sich eigentlich gar nicht von ihren Schätzen trennen wollten. Die sie zwar zeigen aber nicht wirklich hergeben wollten. Die sie in Erinnerungen schwelgend liebevoll aus- und zum Ende des Flohmarktes glücklich wieder eingepackt und dabei festgestellt haben, dass das ihr Ding dann doch nicht ist ...

Von Elfriede Jeuthner

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