Stefan Dietrich nimmt als Ortsvorsteher seinen Hut

Diskrepanz und Disharmonie

Stefan Dietrich

Leibolz. Der Leibolzer Ortsvorsteher Stefan Dietrich nimmt seinen Hut. Nach Unstimmigkeiten im Ortsbeirat ist der 44-Jährige zurückgetreten. „Ich hatte noch einiges vor“, betont Dietrich. Die Entscheidung habe er sich nicht leicht gemacht. „Auslöser ist die Disharmonie innerhalb des Ortsbeirates. Es ist eine ehrenamtliche Aufgabe, die ich mit außergewöhnlichem Einsatz mehr als ausgefüllt habe. Wenn aber dauernde Diskrepanz dazu führt, dass die Gesundheit angegriffen wird, muss ich diese in den Vordergrund stellen.“

Stein des Anstoßes war nach Angaben von Dietrich ein Artikel in unserer Zeitung über die geplante DRK-Rettungswache und den Generationentreff in Leibolz. „Er war Auslöser für eine unverständliche Reaktion im Ortsbeirat. Scheinbar haben mehrere Bürger und auch Ortsbeiratsmitglieder diesen Artikel als Provokation angesehen und gedacht, es wäre schon beschlossene Sache. Doch es handelte sich nur um einen Zwischenstand der Planungen, an dem noch Änderungen möglich sind.“

Von elf auf eins

Der gebürtige Steinbacher wurde im April 2011 zum Ortsvorsteher gewählt. Vorgeschlagen wurde er für dieses Amt von seinem langjährigen Vorgänger Bernd Wiegand. Dietrich war von Platz sieben der Mehrheitswahlliste des Ortsbeirates Leibolz in den Wahlkampf gestartet und im März 2011 von den Bürgern auf Platz eins gewählt worden. „Als Ortsfremder habe ich mich dem Votum der Bürger gestellt und immer versucht, etwas zu bewegen. Ich habe bereits vieles erreicht, was ich mir für die fünf Jahre vorgenommen habe. Dank des Einsatzes der Bürger, die mich unterstützt haben, war das alles möglich“, sagt der Leibolzer, der für die FWG Mitglied in der Eiterfelder Gemeindevertretung ist.

Problematisch sei gewesen, dass er ständig Gegenwind bekommen habe, „weil ich zu viel mache oder in bestimmten Themen auch mal meine persönliche Meinung vertrete“. Er schäme sich nicht, auch mal ein DGH oder auch die Größe eines DGH in Frage zu stellen. „Auch vor kritischen und unbequemen Bemerkungen habe ich hier kein Halt gemacht.“

Überrascht zeigte sich Dietrichs Stellvertreter Ralf Wiegand über die Entscheidung. „Ich war schon verdutzt, damit habe ich nicht gerechnet“, erklärt er. Zwar habe es Unstimmigkeiten gegeben, aber dass Dietrich so reagiere, habe er nicht gedacht. Wiegand wird nun eine Sitzung einberufen, in der der neue Ortsvorsteher gewählt wird. Einen Termin gibt es noch nicht.

Auch wenn Dietrich nach eigenen Angaben von vielen Bürgern angesprochen worden sei, seine Entscheidung zu überdenken, gab er am Montag seinen Rücktritt vom Amt Bürgermeister Hermann-Josef Scheich (parteiunabhängig) bekannt. „Wie ich mit dem Mandat im Ortsbeirat verfahre, werde ich mir zunächst noch vorbehalten, da ich dieses ja als Auftrag der Bürger erhalten habe.“ (vic)

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