Vorbereitungen für die Innenrenovierung der evangelischen Kirche Rhina laufen

Dezent und harmonisch

Pfarrer Steffen Blum und seine Frau, Pfarrerin Merle Blum, freuen sich, dass es mit der Innenrenovierung der Rhinaer Kirche bald losgehen kann. Unter anderem werden die Wände neu gekalkt, auch die Farbgestaltung wird verändert. Fotos: Maaz

Rhina. In der evangelischen Kirche in Rhina laufen passend zum 200. Geburtstag die Vorbereitungen für die Innenrenovierung. Nach ersten Voruntersuchungen im Oktober 2013 legt eine Fachfirma derzeit eine Musterfläche an, über die konkreten Schritte und Veränderungen wird dann in Absprache mit dem Denkmalschutz und der Landeskirche entschieden. Auf ein harmonisches Gesamtbild setzt Pfarrer Steffen Blum.

Mit Rissen übersät

Von den zum Teil mit Rissen übersäten Wänden wird in jedem Fall der komplette Putz entfernt werden müssen, die dann mit einer historischen Kalktechnik bearbeitet werden. „Die Wände müssen atmen können“, so Blum, und Gerhard Schmäling von der Firma Helle aus Oberelsbach ergänzt: „Der letzte Anstrich war eigentlich ungeeignet.“

Erneuert werden soll auch die gesamte Elektrik, sodass künftig zum Beispiel die Heizung an den Bänken reguliert werden kann. „Jetzt gibt es nur an oder aus“, erklärt Blum. Für den Altarraum soll es künftig ebenfalls ein eigenes Heizkonzept geben.

Verändern wird sich zudem die Farbgestaltung, wenn auch „behutsam und dezent“, so Blum. Keinen Hehl macht er daraus, dass ihm das Grün der Bänke ein Dorn im Auge ist. Eine stimmungsvollere, variable Beleuchtung wäre ebenfalls schön. „Die letzte Renovierung war Anfang der 80er-Jahre“, berichtet Ehefrau und Pfarrerin Merle Blum.

Unter Denkmalschutz

Gerne würden die Blums darüber hinaus aus dem großen Fenster an der rechten Seite der Kirche eine Tür machen, aber nur, wenn noch Geld da ist. „Das wäre ein schöner Zusatz, ist aber kein Muss“. Auch das „wunderschöne“ Fenster hinter der Kanzel würde Steffen Blum gerne mehr hervorheben, allerdings dürfe die Kanzel wegen des Denkmalschutzes wohl nicht verändert werden.

Mit der Innenrenovierung begonnen werden soll nach der Konfirmation im Mai, am 10. Mai soll es dann auch ein „Auszugsfest“ geben, bevor die Kirche für etwa ein halbes Jahr geschlossen bleibt. „Wir hoffen, dass sie im Advent in neuem Glanz erstrahlt“, sagt Pfarrer Blum.

Etwa 270 000 Euro wird die Innenrenovierung der 1814 erbauten Kirche kosten. 60 000 Euro beträgt der Eigenanteil der evangelischen Kirche Wehrda-Rhina, ebenfalls 60 000 Euro gibt es wie jüngst berichtet aus dem Kirchenerhaltungsfonds, 90 000 Euro übernehmen die Landeskirche und der Kirchenkreis Fulda. Weiteres Geld habe der Denkmalschutz in Aussicht gestellt, zudem hofft Steffen Blum auf eine zehnprozentige Beteiligung der Marktgemeinde Haunetal. Immerhin präge die Kirche das gesamte Ortsbild.

117 000 Euro an Spenden sind inzwischen im Rahmen des „Projekts 2017“ für die Renovierung der Dorfkirchen in Rhina und Wehrda gesammelt worden, das 2008 mit der ersten großen Spendenaktion begann. „Das ist sensationell, damit ich hätte ich bei rund 850 Gemeindegliedern nie gerechnet“, freut sich Pfarrer Blum über den Erfolg. Wenn das Projekt Rhina abgeschlossen ist – 2010 war bereits das Äußere renoviert worden –, steht somit gleich die nächste Renovierung bevor, dann ist die Kirche in Wehrda dran. „Ich gebe nicht eher Ruhe, bis zumindest der Turm gemacht ist“, kündigt Blum an.

Von Nadine Maaz

Kommentare