Ärger im Kegelspiel: Ähnliche Slogans für Eiterfeld und Hünfeld sorgen für Irritationen

Wer ist denn nun die Perle?

Zwei Orte – ein Leitspruch? Eine Publikation über Hünfeld sorgt für Ärger in Eiterfeld. Foto: Eisenberg

Eiterfeld. Wer ist die Perle im Hessischen Kegelspiel? Ein Titel oder ein Superlativ bietet Nachbarkommunen gerne mal den Anlass für Frotzeleien oder gar handfesten Streit.

Für Irritationen in Eiterfeld sorgt derzeit der Slogan „Die Perle im Kegelspiel“ – seit dieser am Montag auf der Titelseite einer Sonderbeilage der Hünfelder Zeitung über die Stadt Hünfeld aufgetaucht ist. Mit einem ähnlichen Motto, nämlich „Perle des hessischen Kegelspiels“ wirbt Eiterfeld nämlich schon seit 1990 in Anzeigen, auf Ortsplänen und im Jahrbuch des Landkreises Fulda. Sogar von Ideenklau ist jetzt in der Marktgemeinde hinter vorgehaltener Hand die Rede.

Tatsächlich ist Franz Giebel, Büroleitender Beamter im Eiterfelder Rathaus, wenig amüsiert über die ähnlichen Leitsprüche. „Das hat uns schon verwundert“, sagt Giebel, der den Slogan im Juli 1990 erfunden hatte. Besonders ärgerlich sei die Tatsache, dass nach der Veröffentlichung bei der Internet-Suchmaschine Google unter dem Suchbegriff „Perle des Kegelspiels“ nicht mehr die Marktgemeinde Eiterfeld, sondern die Online-Version eben jenes Zeitungsartikels als erster Treffer angezeigt werde.

Auch wenn in diesem mittlerweile von der Perle des Kegelspiels keine Rede mehr ist. „Die Marktgemeinde Eiterfeld steht wirtschaftlich und touristisch nicht schlecht da. Vielleicht wollte unsere Nachbarstadt ja davon profitieren“, feixt Geibel.

Die Stadt Hünfeld habe mit dem Titel gar nichts zu tun, betont hingegen der Pressesprecher der Stadt Hünfeld, Helmut Käßmann. Vielmehr sei der Slogan für die Beilage von der Hünfelder Zeitung gewählt worden. In offiziellen Publikationen oder Anzeigen der Stadt werde damit auch nicht geworben. „Gewehrt haben wir uns gegen die Bezeichnung natürlich nicht“, sagt Käßmann lachend. Wer ist nun die wahre Perle des Kegelspiels? „Derer gibt es viele“, gibt sich Käßmann diplomatisch. So habe sich beispielsweise das Dörfchen Malges, ein Stadtteil von Hünfeld, ebenfalls so bezeichnet. Das Hessische Kegelspiel stehe vielmehr für eine attraktive Region.

Etwas peinlich scheint Alexander Gies, Redaktionsleiter der Hünfelder Zeitung, die Sache mit den Slogans zu sein. Den Machern der Beilage sei schlichtweg nicht bewusst gewesen, dass die Bezeichnung „Perle des Kegelspiels“ bisher exklusiv für Eiterfeld verwendet wurde.

Nach dem ganzen Hickhack weiß jetzt allerdings auch Gies: „Die Perle des Hessischen Kelgelspiels ist kein anderer als die Marktgemeinde Eiterfeld.“

Von Jan-Christoph Eisenberg

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