Umjubeltes Klaus-Lage-Konzert in Großentaft

Und dann hat es Zoom gemacht

Nur mit seiner Gitarre steht Klaus Lage in Großentaft auf der Bühne und begeistert sein Publikum. Foto:  Desoi

Großentaft. Volles, ausverkauftes Dorfgemeinschaftshaus in Großentaft. Die Theatergruppe feiert mit einem Klaus-Lage-Konzert ihr 20-jähriges Bestehen. Mit Songs aus dem 80ern sowie neuen Liedern singt sich Klaus Lage in die Herzen des Publikums. Ohne mehrere Zugaben lassen die begeisterten Fans Lage nicht von der Bühne.

Klaus Lage ist den Großentäftern kein Unbekannter. Sein erstes Konzert gab er 1985 in einem Zelt auf dem Sportplatz vor 3000 Zuhörern. Damals wurde noch hart gerockt mit Band und dem Schenklengsfelder Göran Walger am E-Piano. Walger ist 2013 Gast im Publikum.

28 Jahre später laufen die Konzerte etwas ruhiger ab. Lage hüpft nicht mehr von links nach rechts auf der Bühne. Es werden keine Schweißtücher mehr gereicht. Der 62-jährige Lage steht alleine mitten auf der Bühne. Seine laute, raue Bariton-Stimme passt optimal zur Gitarre unterm Arm. Der Tonmeister muss sich sehr zurücknehmen. Lages Stimme käme genauso gut ohne Mikro rüber.

Geschichten öffnen Zeitfenster

Seine Lieder passen in keine Schublade. Ein bisschen Rock ‘n’ Roll, ein bisschen Liedermacher, ein bisschen Geschichtenerzähler. Er ist ein Chronist seiner Zeit. Kurzgeschichten, die ein kleines Zeitfenster öffnen. Einblicke in den Zeitgeist der 70er Jahre bis heute. Und das recht locker, ohne jede Schwere.

Der Zuhörer spürt Lages Neugier, Lust auf das Leben und seine Leidenschaft zur Offenbarung von Missständen. Hier nimmt er kein Blatt vor den Mund. Der fast 30 Jahre alte Song „Monopoly“ ist heute aktueller denn je. Bei „Monopoly“ kocht der Saal und jeder singt mit. Ausruhen gibt es bei den Lage-Konzerten nicht. Er fordert von seinem Publikum die ungeteilte Aufmerksamkeit – und er kriegt sie. Viele der Lieder sind bekannt und es wird mitgesungen wie bei: „Ich bin wieder zu Haus“ oder „Tausendmal berührt“.

Ergebnis harter Arbeit

Was da wie zufällig arrangiert, wie eine lockere Inszenierung rüberkommt, ist das Ergebnis harter Arbeit. Anfang der 80er war Lage oft im damaligen Wochenendhaus von Diether Dehm in Großentaft zu Gast. Dort im Garten wurde zwei Tage lang diskutiert, wie das denn heißen soll bei: Tausendmal berührt, tausendmal ist nichts passiert, tausend und eine Nacht, dann hat es ... bumms? ... zisch? ... wumm? ... boing?... gemacht? Nein, nach zwei Tagen stand fest: Dann hat es „zoom“ gemacht!

Viele seiner Fans sind mit ihm älter geworden. Aber auch viele junge Gesichter sind dazwischen. Lages Lieder sind generationenübergreifend – und gut verständlich. Da gibt es keine genuschelten Halbsätze. Selbst in der letzten Reihe versteht man ohne Ohren zu spitzen jedes Wort.

Erst nach viel Applaus, Standing Ovations und vier Zugaben, darunter: „Schweißperlen“ und der Schimanski Song „Faust auf Faust“, entlässt das Publikum den Künstler von der Bühne.

Nach dem Konzert wurde noch viel diskutiert, gegessen und getrunken. Happy birthday, Theatergruppe Großentaft.

Von Christa Desoi

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