Über 200 Gäste bei Bastian Bielendorfers Lesung in der Lichtbergschule Eiterfeld

Charmante Anekdoten

Gefragter Gast: Bastian Bielendorfer mit den Schülerinnen Vanessa, Rebecca und Juline an der Lichtbergschule in Eiterfeld. Foto: Desoi

Eiterfeld. Gut besucht war die Lesung mit Bastian Bielendorfer, der im Rahmen der Feierlichkeiten „40 Jahre Lichtbergschule“ aus seinem neuen Buch „Lebenslänglich Klassenfahrt – Mehr vom Lehrerkind“ vorlas. Über 200 Gäste begrüßte Schulleiter Helmuth Herbst in der Turnhalle. Und die witzig und charmant vorgetragenen Anekdoten des Bestsellerautors lösten Lachen und Gekicher unter Schülern, Lehrern und Gästen aus.

Zusammen mit dem Förderverein der Lichtbergschule, dem Festausschuss und Foto Daniel war die Turnhalle extra für das Ereignis umgestaltet worden. Federführend war dabei Lehrerin Marion Hohmann.

Ein Außenstehender mag denken: Ist doch praktisch so ein Leben als Lehrerkind. Hast du mal was nicht verstanden, ist der Nachhilfelehrer nicht weit und ganz umsonst. Klein- Bielendorfers Alltag sah aber offenbar anders aus. Seine witzigen, mit Kraftwörtern gespickten Schilderungen gehen in Richtung Comedy: „Stellen Sie sich vor, es ist 365 Tage im Jahr Elternsprechtag. Viele meiner Mitschüler haben sich vor diesem Tag gefürchtet, weil dort ihre beiden schlimmsten Feinde zusammentrafen – Eltern und Lehrer“, so Bielendorfer, der auch von peinlichen Erlebnissen berichtete. Oft entstand der Eindruck, Bielendorfer verarbeitet in seinen Büchern seine Kindheitstraumata. Diese, für ihn wohltuende Therapie, kommt mit humorvollen Anekdötchen daher, mit Witz und Pepp gespickt.

Deutlich wurde auch der Vater-Sohn-Konflikt. Als Bastian Bielendorfer zu Gast bei „Wer wird Millionär“ war, verweigerte sein Vater die Antwort als Telefonjoker, weil es ihm so peinlich war, dass sein Sohn die Frage: Die Renaissance ist die Wiedergeburt der ...? (Antike) nicht selbst beantworten konnte. Bielendorfer Juniors Reaktion: „Ich sprach einen Monat nicht mit meinem Vater. Meine Mutter hielt es noch länger durch.“ Doch Bastian Bielendorfer bleibt nicht beim Vater-Sohn Konflikt stehen.

Was er zu sagen hat, ist eine ehrliche Abrechnung mit dem gesamten System. Bielendorfer: „Wenn man ehrlich ist, fangen die meisten ein Lehramtsstudium nicht an, weil sie sich zum Pädagogen berufen fühlen, sondern, weil sie nicht wissen, was sie sonst studieren sollen“, meint er. „Mir kam das Lehramt-Studium entgegen, weil ich schon immer gut vor Leuten reden konnte. Dachte ich zumindest – bis zu meinem pädagogischen Einführungspraktikum.“ Die erste Probestunde an einer Gesamtschule in Dortmund-Brackel sei ein Desaster gewesen. „Unter anderem, weil meine Schüler entdeckt haben, dass ich bei Wikipedia abgeschrieben hatte, meine Glaubwürdigkeit war sofort dahin.“ Bielendorfer, Spross einer Lehrerfamilien-Dynastie, schmeißt sein Studium schließlich hin.

Zwei Bücher sind im Handel erhältlich: „Lehrerkind – Lebenslänglich Pausenhof“ und „Lebenslänglich Klassenfahrt – Mehr vom Lehrerkind“. Ein drittes Werk ist in Arbeit: „Mutter ruft an – Mein Anschiss unter dieser Nummer“.

Von Christa Desoi

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