Theatergruppe Dittlofrod begeistert ihr Publikum mit dem neuen Stück

Butler als Hauptgewinn

Jede Menge Beifall gab es für das Ensemble der Theatergruppe Dittlofrod: Bauer Dörrzapf (Wigbert Kalb), Nachbarin Michaela (Claudia Hofmann), Feriengast Monika (Nicole Leinberger), Pfarrer (Andreas Bott), hinten von links: Fred (Michael Hofmann), Lore (Christa Kalb), Butler (Fabian Bott), Silvia Kleinlich (Anna Lena Kalb) und Klara (Gisela Lohfink). Fotos: Desoi

Dittlofrod. Mit viel Beifall gefeiert worden ist die Premiere von „Ein Butler auf dem Bauernhof“ von Hans Schimmel, das die Theatergruppe Dittlofrod zweimal am Wochenende spielte.

Zuschauer Markus Hofmann sprach aus, was viele dachten: „Das Theater in Dittlofrod gehört alljährlich dazu. Wir freuen uns jedes Jahr auf unsere Schauspieler und die Aufführungen. Auch die Inhalte der Stücke sind optimal ausgewählt.“

Die Schauspieler agieren seit vielen Jahren zusammen auf der Bühne. Man spürt die Routine. Viele Sätze werden im gängigen „Platt“ vorgetragen. Diese sind so eingebettet, dass auch Fremde den Text verstehen.

Zum ersten Mal wurde die Regie in Eigenleistung des Ensembles erbracht, da die bisherige Regisseurin in den Schwarzwald umgezogen ist. Die Schauspieler waren also dieses Jahr ganz auf sich alleine gestellt. Und es kann sich mehr als sehen lassen, was dabei herauskam. Nach jedem Abgang gab es Zwischenapplaus und zum Schluss war das Publikum nicht mehr zu bremsen: „Standing Ovations“ und Fußgetrampel.

Klar passt der Inhalt wieder optimal in die Zeit und in die ländliche Gegend: Subventionsbetrug und gefälschte Agraranträge. Aber der Betrüger Karl Dörrzapf ist ja so sympathisch und wirkt so menschlich. Und er hat sich nicht selbst bereichert an den ergaunerten Steuergeldern. Finanziert hat er damit den Kindergarten, die Ausbauten der Kirche und viele soziale Projekte.

Kompliziert wird es für ihn, als seine Schwester Klara in der Zeitschrift „Hessenbauer“ ein Preisausschreiben gewinnt: Einen Butler für eine Woche. Er soll alle Wünsche erfüllen. Das weckt Hoffnungen bei des Bauern jüngster Schwester Lore, die schon lange auf der Suche nach einem festen Partner und Ehemann ist. Natürlich hat sie schon einige Männer ausprobiert – aber nichts Passendes gefunden. Geblieben ist ihr nur eine ungewollte Schwangerschaft im Anfangsstadium. Als fromme Katholikin hat sie ihr „unkeusches Verhalten“ prompt tagsdrauf dem Pfarrer gebicht (gebeichtet). Pfarrer: „Was du so bichst, da geht einem ja der Hut hoch.“ Lore: „Da dürfen sie ihn nicht mehr auf ihren Schoß bei der Bicht legen“.

Da ist noch Fred, der ständigen Kontakt mit Außerirdischen pflegt. Die Nachbarin Michaela, die in jedem passenden und unpassenden Moment in die Bauernstube reinschaut. Gerne hätte sie den Bauern und damit sein Vermögen geehelicht. Der junge Feriengast Monika wittert so manchen Amtsschimmel in Silvia Kleinlich. Diese wurde vom Ministerium zur Kontrolle geschickt.

Bei Dörrzapf bricht Panik aus. Er rechnet 800 Kühe ab, hat aber nur drei im Stall stehen. Entsprechend hoch kassiert er die Prämie für fremde Grundstücke. Was waren die ausrangierten Stempel vom Katasteramt doch so praktisch für des Bauers Grundstücksnachweise.

Doch irgendwie lösen sich die Konflikte am Ende auf. Natürlich endet das Stück, wie in jedem Märchen, gut. Nach der Nachmittagsaufführung am Samstag gab es noch für ältere und jüngere Theaterfreunde ein gemütliches Kaffeetrinken im Feuerwehrhaus. Darunter waren zwölf glückliche Bewohner der Seniorenresidenz die Brücke.

Von Christa Desoi

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