IG ProUfhausen in Kassel – Sprecherin: Argumente „sehr schlüssig“

Bürger machen Wind

Neben den Ufhausenern (im Vordergrund), die zu neunt nach Kassel gefahren waren, trugen auch Bürger aus dem Kellerwald (im Hintergrund) ihre Einwände persönlich beim Regierungspräsidium vor. Foto: nh

ufhausen. Die Interessengemeinschaft (IG) ProUfhausen hat ihren Einspruch gegen den Teilregionalplan Energie Nordhessen gleich persönlich beim Regierungspräsidium in Kassel vorbeigebracht. Unterstützt werden die Einwände durch die Unterschriften von 450 Bürgern.

Sie sprechen sich damit gegen den Standort am Soisberg/Eichberg bei Ufhausen aus. Konkret geht es um die Flächen FD_006 und HEF_051. Entgegengenommen wurde die Stellungnahme von Susanne Linneweber vom Dezernat 21, Regionalplanung.

Sie hob nach Angaben der IG hervor, dass die vorgetragenen Argumente sehr schlüssig seien und aufgrund der Unabhängigkeit der Gutachten seitens des Regierungspräsidiums sicherlich Beachtung finden würden. Allerdings gab sie zu bedenken, dass die letzte Entscheidung in der Regionalversammlung im Herbst getroffen werde. Diesem Entscheidungsgremium gehören unter anderem Landrat Bernd Woide und der Landtagsabgeordnete Dr. Walter Arnold (beide CDU) an.

Unterstützt wurde die IG durch den Ortsvorsteher von Ufhausen, Leonard Hohmann (FWG). Die IG schreibt in einer Pressemitteilung, sie hätte Hohmann gerne in seiner Funktion als Vorsitzender der Gemeindevertretung Eiterfeld auf ihrer Seite gehabt, aber diese hatte sich in ihrer jüngsten Sitzung nicht gegen den Standort Ufhausen ausgesprochen, sondern die Planungen „zur Kenntnis genommen“ und Anregungen, Bedenken und Forderungen formuliert.

Gründung war am 3. Juni

Die IG kritisiert diesen Beschluss, weil zum einen das unabhängige Gutachten der Oberen Naturschutzbehörde (ONB) die Fläche aus naturschutzfachlicher und -rechtlicher Sicht als nicht genehmigungsfähig eingestuft habe und auch das vom Landkreis Fulda in Auftrag gegebene Gutachten der Planungsgruppe Umwelt&Natur (PGNU) aus rein fachlicher Sicht von einer regionalplanerischen Aufnahme dieser Potenzialfläche für Windkraftanlagen dringend abrate und diese als „schlecht geeignet“ bewerte. Die IG hatte sich aus der Kritik an den „unvollständigen und zweifelhaften Informationen“ in der von der Gemeindevertretung Eiterfeld einberufenen Bürgerversammlung gegründet und nachfolgend zu einer eigenen Infoveranstaltung eingeladen.

Aufgrund des großen Zuspruchs aus der Bevölkerung habe sich am 3. Juni die Bürgerinitiative gegründet. Ihr Ziel ist es nach Angaben der BI, dass neben dem Schutzgut Mensch auch die Umweltgutachten der ONB und der PGNU „in ausreichendem Maße“ Beachtung finden.

Ebenso fordert die Bürgerinitiative, dass die „Vorstörung“ durch die bestehenden Windkraftanlagen auf dem Gebiet des Landkreises Hersfeld-Rotenburg nicht der Anlass dafür sein dürften, „dass die Belange der Natur ein zweites Mal mit Füßen getreten werden“. Mitglied der BI könne jeder werden. Beiträge werden nicht erhoben. (ag)

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