Hans Borchert zeigt seine Arbeiten „Figur und Bewegung“ in Galerie Liebau in Burghaun

Bewegungen eingefangen

Günter Liebau links und Hans Borchert bei der Eröffnung von Borcherts Ausstellung in Burghaun. „Das ist eine besonders schöne Galerie in einer besonders schönen Gegend. Die Bilder sind mit Liebe aufgehängt und bilden eine einheitliche Komposition“, lobte der Künstler. Foto:  Desoi

Burghaun. Mit Hans Borchert stellt eine Koryphäe der modernen Malerei in der Galerie Liebau aus. Zur Vernissage waren sehr viele Gäste anwesend. Mit klassischer Musik von Rainer Rueppell und vielen Skulpturen im Innen und Außenbereich ist dem Galeristen Günter Liebau eine weitere hochkarätige Ausstellung gelungen.

Mit vielen „Oh.....“- oder „...ist ja einmalig“-Rufen betraten die ersten Besucher die Galerie. Wer später kam, hatte wegen der vielen Gäste den Blick zu den Bildern nicht mehr so frei und ist gut beraten, noch einmal zu kommen, wenn es ruhiger ist.

Gleich einer Farb-Fotografie, jedoch mit falsch eingestelltem Belichtungsmesser, hat Borchert mit elegantem und leichtem Pinselstrich menschliche Bewegungen eingefangen. Seine Bilder bestechen durch figürliche Schönheit der Linie. Optimistische Farben lassen schnell erkennen: Hier ist einer mit Liebe zu den Menschen unterwegs, kann sich einfühlen und hat ein großes Gespür für Ästhetik. Da er sein Handwerk meisterlich beherrscht, kann er das auch malerisch ausdrücken.

Faszinierende Schönheit

Sehr deutlich wird das in seinen drei Skiläufer-Bildern. Optimal hat er sich in die Bewegungssituation der Figuren hineinversetzt und diese mit dem Pinsel festgehalten. Aus den Bildern eines kraulenden Schwimmers, spritzt das Wasser förmlich heraus. Bewegung und Wasser sind dem Betrachter mehr als nah. Von faszinierender Schönheit sind seine Tänzerfiguren. Hier schwingt das Öl auf der Leinwand, es vibriert, pulsiert und man möchte fast einen Schritt zurückgehen, um den Tänzern Platz zu machen. Borchert: „Wir können die Bewegung nachvollziehen, indem wir uns vor möglichst viele Spiegel postieren, die so aufzubauen sind, dass eine Umspiegelung des Bildes möglich wird. Damit erhalten wir gleichzeitig viele Ansichten einer Haltung.“

Borchert erklärt hervorragend seine Motivation, den Duktus oder Einflüsse durch andere Maler. Hier erwähnt er ganz besonders das Tanztheater von Pina Bausch. Etliche Tanzproben habe er als Zuschauer und Zeichner beobachtet, dokumentiert und gesammelt, um die Bewegungsanalyse auf das Papier zu bringen. Neben vielen Einflüssen von Malern und Fotografen erwähnt er besonders Cézanne, Edward Muybridge, Marcel Duchamp, Picasso, Michelangelo, Velasquez, Max Beckmann, seinen Lehrer Roland Dörfler und seine Ehefrau. Letztgenannte sei seine beste Kritikerin. Wie oft habe sie gesagt: „Was hast Du mit dem Bild gemacht? Das war doch so schön“. Es sei eben eine ganz besondere Kunst, im richtigen Moment aufzuhören.

Zusammen mit den Skulpturen von Claudia Krentz und Andreas Krämmer in der Galerie bildete das eine besondere, einheitliche Atmosphäre. Eine weitere gelungene Ausstellung ist der Galerie geglückt.

Öffnungszeiten: Galerie Liebau, Rhönblickstraße 63, Burghaun, bis 2. März, Donnerstag bis Sonntag, 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung.

Von Christa Desoi

Kommentare