Gelungener Galaabend des Eiterfelder Carnevals Verein – Bürgermeister als Helene

Besser als im Fernsehen

Die Eitrafunken beim Einmarsch.

Eiterfeld. Unter der Regie von Sitzungspräsident Hubert Hohmann zeigte der ECV im Eiterfelder Bürgerhaus mit manch geistreich pointierter Büttenrede und artistischem Gardetanz, dass er oft talentiertere Programmbeiträge aufstellen kann, als so manche hochbezahlte „Fernsehfastnacht“.

Bereits zur Weiberfasching hatte es 26 Programmpunkte gegeben, beim Galaabend folgten weitere 18 Beiträge.

Einst hatte der frühere ECV-Präsident Hilmar Schäfer einfach nur „ein gutes Händchen“ bei der Personalpolitik gehabt. Dafür dankte im auch Dr. Diether Dehm, der als Bundestagsabgeordneter den „frischgewählten Verbieter politisch unkorrekter Witze“ spielte. „Was ist orale Inkontinenz bei einem Politiker? Wenn er sein Wort nicht halten kann!“

Vereinsvorsitzender Mathias Herber, 2004 ebenfalls von Hilmar Schäfer „inthronisiert“, verstand es wieder, einen Mix aus Lokalkolorit und Weltpolitik auf die Bühne zu zaubern, dem auch nach fünf Stunden prallem Programm „die Puste nicht ausging“.

Losgegangen war es mit dem Kinderprinzenpaar des ECV: Rasmus Wohlfeil und Luisa Gärtner mit ihrer Büttenrede. Dem diesjährigen Prinzenpaar Felix und Katharina Hartmann war ein tschechischer Bettler gefolgt – brillant gespielt von Wolfhard Hartmann, in böhmischem Dialekt und auch sonst auf Schwejks Spuren. Ihm waren „gerade nu“ zwei verhungerte Gestalten begegnet: Bürgermeister und Pfarrer, „die sich nu für den neuen Kirchturm nu alles vom Mund absparen“ müssten.

Auch das Urgestein der Eiterfelder Fastnacht, Hubert Wittner, vermochte es schnell, die gelegentlich aufschwappenden Zwiegespräche im Saal zu dimmen. Als geistreich über den stressigen Rentneralltag jammernder Opa, der jetzt angeblich soo viel Zeit habe: Zum Tupperware nummerieren, gelbe Säcke sortieren, Rauchmelder testen, Mülltonne rausstellen, bügeln und für Gänge zum Wertstoffhof.

Einen karibischen Anblick am Strand boten dann die drei chillenden Pfarrer: Dechant Markus Blümel, Kaplan Alexander Best, Pfarrer Karl Josef Gruber relaxten da mit Bierflaschen, während der Pfarrer im Ruhestand, Josef Schlitt, von einer zur nächsten Seelsorge hasten musste.

Was wäre Fasching ohne die Beiträge der Tanzgarden? Schon die Fünfjährigen schwingen die Beinchen in der Krümelgarde. Und zumindest den Hut konnte man beim Einmarsch der Bienchengarde erkennen. Unübersehbar aber waren die Eiterfelder Tanzgarden der Roten Funken, die Rhöngarde, die Eitrafunken und die philippinische Tanzgruppe. Ein Knaller waren die „Männer von Sinnen“ unter Dr. Klaus Isert mit Bürgermeister Hermann-Josef Scheich als Helene Fischer.

Wie jedes Jahr sangen zu vorgerückter Stunde die „Kehschwänz“ und die Gruppe „Cathastrophe“ brachte Superakrobatik. Von der siebenköpfigen „Rhönland Band“ kam die Musik zu einem Abend, der toll war bis zur letzten Minute.

Von Christa Desoi

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