Mittagessen in Schulen ist oft mangelhaft

Befragung: Schüler essen zu ungesund

Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt: Und das ist manchmal viel zu ungesund, ergab jetzt eine Untersuchung. Foto: Körner/dpa

Hamburg / Hersfeld-Rotenburg. Statt viel gesundem Obst und Gemüse, liegt auf dem Teller deutscher Schulkinder oft Fleisch. Und statt in gemütlicher Atmosphäre Mittag zu essen, haben die Kinder Zeitdruck. Das ergab eine Studie der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg. Nachgefragt wurde bei 1500 Schulleitungen, 212 Schulträgern sowie 12 000 Schülern. Zudem wurden Speisepläne ausgewertet.

In Auftrag gegeben wurde die Untersuchung vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Ziel war es, die Qualität des Mittagessens an deutschen Schulen abzubilden. Als Reaktion auf die mangelhaften Ergebnisse kündigte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CDU) eine Qualitätsoffensive an. Wie sieht es im Kreis Hersfeld-Rotenburg aus? Erste Kreisbeigeordnete und Schuldezernentin Elke Künholz (SPD) sagte unserer Zeitung: „Der Landkreis unterstützt und berät die Schulen bei der Wahl des Caterers und zeigt verschiedene Alternativen auf.“ Die Wahl träfen die Schulgremien aber selbst.

Manche Schulen ließen sich von frisch kochenden Anbietern beliefern, andere bekäme Fertigprodukte geliefert. Auch legten die Schulen Wert darauf, „frische Gemüsesticks mit Dips, Obst oder Salat als Dessert“ zu reichen, so Künholz. Für Kinder mit Lebensmittelunverträglichkeiten werden glutenfreie Speisen oder Diabetikermahlzeiten angeboten. Und zunehmend werde ein Augenmerk auf vegetarische Gerichte gelegt.

Obwohl Kindern in der Schule eine gesunde Ernährungsweise vermittelt werden soll, besteht Schulessen zu oft aus billigen Produkten, Fertigsoßen und zu viel Fleisch, warnen Kritiker. Die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), viel Gemüse und Salat anzubieten, werde vernachlässigt. (dpa/ali)

Kommentare