Stefan Dietrich (FWG) wehrt sich gegen Kritik

CDU bedauert Ruhls Rücktritt

Gert Oehrling

Eiterfeld. Die Eiterfelder CDU bedauert den Rücktritt Oskar Ruhls (FWG) als Vorsitzender der Gemeindervertretung sowie die Rückgabe seines Mandats als Gemeindevertreter nach dem „Schulstreit“ in der jüngsten Sitzung am 14. März (die HZ berichtete). Der CDU-Fraktionsvorsitzende Gert Oehrling kritisiert zudem das Verhalten von Ruhls FWG-Kollege Stefan Dietrich.

Dieser hatte wutentbrannt den Saal verlassen und laut Ruhl unflätige Gesten gemacht, weil der Dringlichkeitsantrag von FWG und SPD knapp abgelehnt worden war, nach dem die Gemeinde die Rückkehr zu G 9 an der Lichtbergschule auch für die Klassen fünf und sechs unterstützen sollte. Oskar Ruhl – Schulleiter an der Gesamtschule Schenklengsfeld – hatte zuvor unter anderem darauf hingewiesen, dass die Gemeindevertretung sich nicht in schulische Angelegenheiten einmischen könne und solle. Auch im Internet sah sich Ruhl nach der Sitzung massiver Kritik ausgesetzt.

„Oskar Ruhl hat bislang souverän und unparteiisch gearbeitet“, so Oehrling. Auch in der Sache gibt er Ruhl Recht. Es sei zwar nichts dagegen einzuwenden, als Gemeindevertretung symbolisch ein Zeichen zu setzen, allerdings gehörte das Thema nicht in die Gemeindevertretung und der Antrag sei viel zu spät gekommen. „Da wurden Hoffnungen geweckt, die nicht erfüllbar sind.“

Stefan Dietrich habe zudem ein „höchst zweifelhaftes Demokratieverständnis“. „Man muss auch mal akzeptieren, dass es andere Meinung gibt“, sagt Oehrling. Den CDU-Fraktionsvorsitzenden ärgert außerdem eine E-Mail Dietrichs, die ihm dieser nach der Abstimmung am 14. März geschrieben hat. Darin steht „man sieht sich immer zwei Mal im Leben“, und Oskar Ruhl wird als „Oberlehrer“ bezeichnet. Über den Dringlichkeitsantrag an sich sei die CDU viel zu spät informiert worden. In Richtung der Freien Wähler meint Oehrling: „Die FWG muss sich fragen, ob das in diesem Stil weitergehen soll.“

Ob die CDU jemanden für die Wahl eines Nachfolgers von Oskar Ruhl nomieren will, beziehungsweise wen, ließ Oehrling noch offen. In der kommenden Woche sei ein Treffen zu diesem Thema geplant, und möglicherweise würde man dann einen Kandidaten nomieren. Oehrling selbst wolle wegen seiner Aufgabe als CDU-Fraktionsvorsitzender und -Sprecher nicht als Ruhls Nachfolger antreten.

Stefan Dietrich selbst ist sich keiner Schuld bewusst. Die E-Mail, die er immerhin nach einer sehr emotionalen und aufreibenden Sitzung geschrieben habe, sei keine Drohung gewesen, sondern die Ankündigung, dass der Antrag in der nächsten Sitzung noch einmal eingebracht werden soll. Oehrlings jetzige Kritik wertet Dietrich als unnötiges Nachtreten. Dietrich betont noch einmal seinen „Kampf für G 9“, und die Bedeutung einer gemeindlichen Resolution. „Wir haben nicht die Kompetenz, aber wenn 150 Gemeinden das auch machen, bewegt sich vielleicht auf Landesebene etwas.“ (nm)

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