Theatergruppe Rhina präsentierte neues Stück – Ein Hof voller Narren

Bauer sucht ???

Boten Unterhaltung pur: Die Rhinaer Laienschauspieler Michèle Zigahn, Heiko Grobek, Simone Grobek, Markus Göller, Karen Grösch und ganz rechts Bernd Gensler. Foto: Jeuthner

Rhina. Er hat schon seine liebe Not, der junge Bauer Jonathan. Wenn er den elterlichen Hof behalten will – und das mütterliche Ultimatum lässt keine ihm Wahl – muss er schnellstens heiraten. Aber das ist leichter gesagt als getan. Wohl ist er einem Menschen von Herzen zugetan, der ist allerdings wie er männlichen Geschlechts. Und überzeugt davon, dass seine gestrenge Frau Mutter (stimmig: Simone Grobek) niemals mit einer Schwiegertochter namens Detlef einverstanden wäre, manövriert er sich von einer Katastrophe in die nächste.

So sieht er sich gezwungen, zum Schein die polnische Pflegekraft seines schwerhörigen Opas zu ehelichen, was Irena –wegen der Aussicht auf das damit verbundene Bleiberecht – gerade recht kommt. Die Hochzeit wird geplant, und weil Mutter Dippelmann darauf besteht, auch die Brautmutter beim Fest zu sehen, muss eine solche rasch her. In Ermangelung der echten Schwiegermutter springt Detlef (herrlich schräg: Heiko Grobek) ein. Mit Perücke und falschem Busen mischt er Mutter Ruth (und das Publikum!) auf.

Alte Giftspritze

Die Gift spritzende Schwester Esther (sehr überzeugend: Michèle Zigahn!), die auch den Hof für sich beansprucht, um eine Geflügelfarm zu installieren, ist derweil nicht untätig. Für ihre Idee ist sie sogar bereit, den Knecht „Hühnerkacke“-Hannes zu ehelichen. Der gedenkt ihrer aber eher albträumend und lehnt dankend ab, zumal sein Herz längst Irena gehört, die seine Gefühle erwidert. Die Hochzeit findet statt und Mutter Ruth und die angebliche Brautmutter kommen sich näher. Auf das Glück ihrer Kinder leeren sie diverse Gläschen Wodka. Dieser steigt Mutter Dippelmann, die bisher den Konsum jeglichen Alkohols abgelehnt hatte, rasch zu Kopf. Dennoch stellt sie überrascht fest, dass ihre Mitschwiegermutter Haare auf der Brust hat.

Nun geht Esther in die Offensive. Verkleidet als angebliche Mitarbeiterin der Ausländerbehörde erscheint sie auf dem Hof und tritt auf wie das Jüngste Gericht. Mit donnernder Stimme unterstellt sie Jonathan und Irena eine Scheinehe, zerreißt das Ehedokument und erklärt, dass sie – Irena – sofort nach Polen abgeschoben werde und nie wieder nach Deutschland einreisen dürfe.

Allerdings entdeckt Jonathan den Schwindel und Esther sucht beleidigt das Weite.

Das Desaster erreicht seinen Höhepunkt, als die tatsächliche Mutter Irenas eintrifft. Die Verlegenheit ist groß, während sich die an dem Doppelspiel beteiligten Personen winden, um ja die Wahrheit nicht ans Licht kommen zu lassen. Die Bombe platzt, als im allgemeinen Gerangel Mutter Ruth plötzlich Detlefs Perücke in der Hand hat. Jonathan (herzzerreißend: Markus Göller) gesteht den ganzen Schwindel und Mutter Dippelmann verzeiht und stimmt einer Heirat mit Detlef zu.

Beste Unterhaltung

Mit ihrem neuen Stück ist es der Theatergruppe Rhina wieder einmal gelungen, ihrem Publikum einen ausgesprochen fröhlichen Abend zu bereiten. Immer wieder gab es Szenenapplaus für die Akteure für eine Aufführung mit viel Situationskomik und erstaunlichem darstellerischem Potential. Und Rohrbachs Scheune gab dem Ganzen einen überaus gelungenen Rahmen.

Von Elfriede Jeuthner

Kommentare