Raiffeisen-Mitglieder für Verschmelzung mit VR-Bank Nord-Rhön

Bankenfusion: Haunetal zieht es nach Hünfeld

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Bankenfusion im Haunetal: Abstimmung im Festzelt in Odensachsen Vorstand: Walter Mengle, Heinrich Heimroth, Werner Eichler, Tim Schnabel.

Hersfeld-Rotenburg. Mit klarer Mehrheit haben die Mitglieder der Raiffeisenbank Haunetal für eine Verschmelzung ihres Kreditinstituts mit der VR-Bank Nord-Rhön in Hünfeld gestimmt. Damit erteilten sie zugleich einem möglichen Zusammenschluss mit der VR-Bank Hersfeld-Rotenburg eine Absage.

91,1 Prozent der Genossen (1320 Stimmen) votierten bei der Mitgliederversammlung am Mittwochabend in Odensachsen für die Fusion. 129 stimmten dagegen. Die Verschmelzung tritt rückwirkend zum 1. Januar 2015 in Kraft.

Bis zuletzt hatte die VR-Bank Hersfeld-Rotenburg massiv für eine Fusion mit ihrem Hause geworben und dabei wirtschaftliche Vorteile für den ganzen Kreis angeführt. Dafür hatten die Hersfelder mit Großplakaten, Anschreiben und Informationsveranstaltungen geworben.

Dieses Vorgehen wurde von den beiden Raiffeisen-Vorständen Heinrich Heimroth und Tim Schnabel scharf kritisiert. Damit werde der genossenschaftliche Gedanke des fairen Miteinanders in Frage gestellt. Dies schade der Glaubwürdigkeit der Bankengruppe.

Als Gründe für die Fusion nannte Heimroth zuförderst das für kleine Banken „lebensfeindliche Regulierungsumfeld“ durch die Finanzmarktpolitik der Regierung und die wegbrechenden Erträge der Banken durch die staatlich verordnete Niedrigzinspolitik. So habe die Raiffeisenbank Haunetal 2014 nur noch einen Überschuss von 149 000 Euro erwirtschaftet. Auch für das laufende Jahr werde sich die Ertragslage nicht verbessern.

Bei der Entscheidung für Hünfeld sei vor allem Vertrauen ausschlaggebend gewesen, das zu den Hersfelder Kollegen so nicht besteht. Nachteile für den Landkreis oder die Gemeinden gebe es laut Raiffeisen-Vorstand indes nicht. Die Hünfelder garantieren eine 36-monatige Bestandsgarantie für alle Filialen im Haunetal und einen ebenso langen Kündigungsschutz für die Mitabeiter.

Mit Bedauern reagiert der Vorstand der VR-Bank Hersfeld-Rotenburg auf die Fusionsentscheidung im Haunetal. „Ein weiteres Traditionsunternehmen verlässt unseren Landkreis in Richtung Fulda, die Region erleidet einen Verlust“, sagt VR-Vorstand Hartmut Apel.

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Von Kai A. Struthoff

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