Gläubige in Rhina feiern Abschied in Vorfreude auf ein frisch renoviertes Gotteshaus

Auszug aus der Kirche

Beim Ballonwettbewerb muss sich erst zeigen, welcher am weitesten geflogen und damit der Sieger ist. Gespendet wurden diese Ballons mitsamt dem Zubehör von der Schreinerei Stuckardt in Wehrda. Foto: Jeuthner

Rhina. „Eigentlich ist es ja ein trauriger Anlass, so ein Abschied“, begann Pfarrerin Merle Blum den Kirchspiel-Familien- und Tauferinnerungsgottesdienst in der vollbesetzten evangelischen Kirche in Rhina. In diesem Fall heiße Abschied aber auch die Freude auf etwas Neues, nämlich auf die dann auch innen frisch renovierte Kirche. Bereits am Montag werden die Gerüste aufgestellt und mit den Arbeiten begonnen.

Mit den vielen Kindern, die da waren, veranstaltete das Pfarrer-Ehepaar einen heiter-besinnlichen Sprechdialog. Der Singkreis unter der Leitung von Hildegard Stuckardt überraschte mit dem Spiritual „Rock my Soul“ und erntete dafür Riesenapplaus. Zum Abschluss des Gottesdienstes hatte sich die Pfarrerin nun einen feierlich-fröhlichen Auszug „so mit den Bänken unter dem Arm“ aus der Kirche vorgestellt. Dieser fiel zum großen Bedauern der Festgemeinde ins Wasser, denn es regnete in Strömen. Aber auch für diesen Fall war vorgesorgt. Eifrige Helfer hatten Zelte und Schirme aufgestellt, unter denen die Menschen Schutz fanden und in der zu einem Gastraum umfunktionierten Kirche war Platz für viele. Es gab reichlich zu essen und zu trinken, auch dafür hatte der Kirchenvorstand gesorgt.

Nach dem Gottesdienst wurde ein Sponsorenlauf veranstaltet. Kinder rannten für die gute Sache um die Kirche. Der „Laufpate“ hatte vorher einen Betrag genannt, den er für jede Runde, die „sein“ Kind schaffte, spenden werde. Die größeren unter ihnen sollten um den Häuserblock laufen, wobei sich herausstellte, dass die Kleinsten die Größten waren.

Der eben erst zwei Jahre gewordene Jakob schaffte es immerhin 25 Mal um die Kirche herum, die älteren Joris und Samuel liefen neun Mal die große Runde. Dieser Lauf brachte allein 639 Euro an Spenden, die wiederum dem Projekt 2017 zugute kommen, also der Renovierung der Wehrdaer Kirche, für die der Baubeginn 2015 vorgesehen ist.

Rhinas Kirche, die in diesem Jahr 200 Jahre alt wird, soll nach der erfolgten Außenrenovierung nun innen ihre ursprünglichen Farben wieder erhalten, die Deckenmalereien sollen freigelegt oder - wo es nötig ist - ergänzt werden. An dieser Maßnahme beteilige sich maßgeblich der Denkmalschutz, so Pfarrer Steffen Blum, und „dann wird sie im früheren Glanz erstrahlen“.

Von Elfriede Jeuthner

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