Züchter aus Ufhausen gewannen mit ihren Tieren den Brieftauben-Marathon

Athleten der Lüfte

Paul Nophut, Gewinner des Brieftauben Bayern-Marathons, vor seinem Taubenschlag. Foto: Burkhardt

Ufhausen. Eine tolle Leistung legte Paul Nophut mit seinen Brieftauben hin: Sie wurden Meister des Bayern-Marathons 2012. Für den im Brieftaubensport engagierten Ufhausener Züchter eine imposante Leistung, zumal er mit nur einem kleinen Bestand ins Rennen ging.

An dem Wettbewerb nahmen rund 200 Züchter aus Bayern, Hessen, Thüringen, Sachsen sowie aus Österreich teil, deren Tauben mehrere tausend Kilometer zurücklegen mussten. Insgesamt ging es um fünf Preisflüge im vierzehntägigen Rhythmus.

An den Auflassorten Chateaudun, Blois, Laval, Le Mans und Montauban stiegen jeweils 2000 Tauben in den meist blauen Himmel, um dann den Heimweg in ihre Schläge unter die Flügel zu nehmen. Derweil herrschte bei Paul Nophut und dessen Frau Ortrud in Ufhausen angespannte Stimmung.

Keinesfalls war es für sie sicher, dass ihre exzellenten Flieger auch rechtzeitig und heil in Ufhausen ankommen würden. Zu viele Gefahren lauern unterwegs auf solchen Flügen, ganz abgesehen von Wetterverhältnissen. Vor allem sind es die vielen Greife wie Habicht, Wanderfalke oder Sperber, für die eine erhaschte Taube eine willkommen Mahlzeit bedeutet.

Paul Nophut, der über 200 wertvolle Brieftauben sein Eigen nennen kann und diese vorzüglich betreut, beteiligte sich im Schnitt mit je 20 Tauben an den einzelnen Flügen. 65 Prozent von ihnen erzielten einen Preis. Sieger des Bayern-Marathons darf sich nennen, wer die meisten Punkte auf den fünf Preisflügen erzielt hat. Diese errechnen sich aus der Summe, die die jeweils zwei schnellsten Tauben pro Flug erreichen. Nophuts Brieftauben errangen mit 80 Punkten Vorsprung souverän den Meistertitel.

18 300 Kilometer geflogen

Zusammengerechnet flogen sie eine Strecke von 18 300 Kilometern. In der Einzelwertung der Tauben belegte der Ufhausener den ersten und den dritten Platz bei den Vögeln (männliche Tauben). Bei den Täubinnen kam sein Sportfreund Thomas Vogt aus Ufhausen auf Platz eins und in der Gesamtwertung auf Platz fünf.

„Die Flüge stellten eine große Herausforderung an die Tiere, deren Kondition und ihr Durchhaltevermögen als wichtige Voraussetzungen für den Erfolg sind“, betonte Paul Nophut. Hinzu komme ihre Schlagtreue und ihr Orientierungsvermögen, die sie „im wahrsten Sinne des Wortes beflügeln, solche Höchstleistungen zu vollbringen“.

Nophut bereitete seine „Athleten der Lüfte“ mit wahrhaft olympischem Ehrgeiz, mit einem ausgeklügelten Ernährungsplan sowie hartem Training auf diese Flüge vor.

Von Karl-Heinz Burkhardt

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