Eiterfelder informieren sich über die Sanierung „ihres“ Schwesternhauses

Altes und Neues verknüpft

Das alte Schwesternhaus in Eiterfeld lockte viele Interessierte an. Foto: Burkhardt

Eiterfeld. Es scheint, als hätten die Eiterfelder nur darauf gewartet, endlich einen Blick in „ihr“ altes Schwesternhaus werfen zu können. Die Schlange vor dem denkmalgeschützten Gebäude war lang, als Pfarrer Markus Blümel am Wochenende passend zum Tag des offenen Denkmals die Führung auf den Kirchenstufen eröffnete.

Aufgrund der großen Nachfrage musste ein Vortrag zur Historie des Gebäudes, das noch bis 2008 als Pfarr- und Gemeindebibliothek diente und vom Eiterfelder Carnevalsverein (ECV) genutzt wurde, in die Kirche verlegt werden.

Das ehemalige Schwesternhaus, das 1798 als Schule errichtet wurde, wurde nach seiner Schenkung durch das Ehepaar Gutberlet an die Pfarrgemeinde vom Wohnhaus zu einer zweiten Schwesternniederlassung für die Krankenpflege und Kinderbetreuung umfunktioniert. 1928/29 wurde das alte Fachwerkhaus erneuert und durch einen Anbau erweitert, bis es 1972 geschlossen und erst später wieder vom ECV genutzt wurde.

„Ich habe mich wie viele andere für die Erhaltung eingesetzt und bin froh, dass wir unser Ziel erreichen konnten“, betont Blümel. Mit finanzieller Unterstützung des Bistums und der EU-Denkmalförderung können die Kosten für das Schwesternhaus und den Bau eines neuen Pfarrheims größtenteils gedeckt werden, allerdings muss die Kirchengemeinde 300 000 Euro beitragen. „90 000 Euro haben wir bereits sammeln können“, erklärt Pfarrer Blümel. „Ich bin sehr zuversichtlich. Uns kommen glücklicherweise auch Einnahmen aus Veranstaltungen des Orchestervereins OVE zugute. Außerdem gibt es alle vier Wochen eine Sonderkollekte.“

Mit der Wahl des Architektenbüros Krieg+Warth aus Eichenzell ist er ebenfalls zufrieden. „Das Unternehmen hat bereits viele Projekte für das Bistum Fulda geleitet und kennt sich mit Altbauten aus“, erklärt Blümel. Dass Jürgen Krieg und Stefan Wehde von Krieg+Warth Herzblut in dieses Projekt gesteckt haben, ist nicht zu überhören. Mit Enthusiasmus berichten sie von ihrer Arbeit und den einzelnen Umbauten. „Für das alte Schwesternhaus waren hauptsächlich Maler- und Schindlerarbeiten nötig“, erklärt Krieg. „Wenn einzelne Gebäudeteile zu stark beschädigt waren oder gar gefehlt haben, wurden sie nach dem ursprünglichen Vorbild ergänzt.“ So seien etwa die alten Fensterrahmen erhalten geblieben, aber mit neuen Isolierglasscheiben versehen worden. Durch das Herausnehmen einiger Innenwände wurde annähernd der einstige Grundriss wieder hergestellt. Sogar die Sockelbemalung in drei Räumen des oberen Stockwerks wurden originalgetreu nachgebildet.

„Wir möchten versuchen, Altes und Neues zu verknüpfen. Vieles bleibt erhalten, manche Bauteile werden aber auch bewusst modernisiert“, erklärt Jürgen Krieg.

Im Sommer beziehungsweise Herbst 2013 soll der Neubau des Pfarrheims eröffnet werden, und dann soll auch das Schwesternhaus fertig sein.

Von Laura Diegelmann

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