Politischer Aschermittwoch in Eiterfeld

Ärzte auf dem Land Thema bei der FWG

Eiterfeld. Um die ärztliche Versorgung im ländlichen Bereich ging es beim politischen Aschermittwoch der FWG Eiterfeld im Dorfgemeinschaftshaus in Ufhausen. Als Gastredner begrüßte Ortsvorsteher Leonhard Hohmann Theodor Kohlmann, Vorstandsvorsitzender des FWG-Gemeindeverbandes Eiterfeld, und Bürgermeister Hermann-Josef Scheich.

In seinem Vortrag stellte Bürgermeister Scheich klar, dass die Kommunen zusätzlich zur reinen Daseinsvorsorge immer mehr Aufgaben, wie die Finanzierung des öffentlichen Personennahverkehrs, die DSL-Versorgung oder die Förderung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Bereich übernehmen müssten.

Prognosen zufolge würden 2020 bundesweit 15 000 Hausarztstellen fehlen, was sich schwerpunktmäßig auf dem Land auswirken würde. Auch der demografische Wandel würde sich bei den Ärzte bemerkbar machen. So wären mehr als die Hälfte über 50, zwölf Prozent sogar über 60 Jahre alt. Und während sich die Ärzte in der Stadt Fulda drängen würden, bliebe der ländliche Bereich unterversorgt.

Vermeintlich schlechtere Lebensqualität und Verdienstmöglichkeiten auf dem Land ließen junge Ärzte vor der Niederlassung zurückschrecken. Ein Vergleich der statistischen Zahlen mit der Situation in der Marktgemeinde Eiterfeld zeige jedoch, dass sich hier eine Arztpraxis sehr wohl rentieren würde. Rein statistisch gesehen ergäbe sich bei 7 318 Einwohnern ein Potential von circa elf Ärzten. Auch die abnehmende Zahl der Hausärzte im Vergleich zu den Fachärzten stelle in Zukunft ein Problem dar.

Um die ärztliche Überversorgung im städtischen und die Unterversorgung im ländlichen Bereich in den Griff zu kriegen, habe die Bundesregierung das „Landarztgesetz“ beschlossen, das am 1. Januar in Kraft trat. Danach soll die Versorgungsplanung besser an die örtlichen Gegebenheiten angepasst werden. Aufgabe der Kommunen sei die Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten, die Vermittlung zwischen Ärzten, örtlichen Apotheken, Krankenkassen, Physiotherapeuten und so weiter. Zusätzlich wurde von den Landkreisen Fulda, Vogelsberg und Hersfeld-Rotenburg eine regionale Gesundheitskonferenz eingerichtet.

Theodor Kohlmann setzt großes Vertrauen in die Bemühungen der ortsansässigen Hausärzte, Nachfolger für ihre Praxen zu finden.

Im Anschluss an das traditionelle Heringsessen entwickelte sich eine rege Diskussion, vor allem die Windenergie beschäftigte die Eiterfelder. (red/nm)

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