Haunetaler Parlament diskutierte über Grundstückskauf für Gewerbegebiet

Ärger mit Regenbecken

RHINA. Der Weg bis zur Fertigstellung des Gewerbegebiets Neukirchen-Nord zieht sich hin. Die Gemeindevertretung Haunetal musste sich jetzt zum zweiten Mal mit dem Kauf eines Grundstücks für den Bau des dortigen Regenrückhaltebeckens befassen.

Der erste Beschluss in dieser Sache stammt aus dem Juni 2014. Damals hatte sich herausgestellt, dass bei den Arbeiten für die künftige Gewerbefläche an der B 27 vergessen worden war, ein Regenrückhaltebecken einzuplanen. Doch die damalige Entscheidung hat, wie Bürgermeister Gerd Lang (parteilos) sagte, in der Sache nicht weiter geholfen: Die 2014 gekaufte Fläche, die zunächst von der Unteren Naturschutzbehörde als tauglich angesehen worden war, wurde von der Oberen Naturschutzbehörde gesperrt: Es handele sich um einen geschützten Lebensraumtyp, eine „magere Flachlandmähwiese“.

Das brachte die Gemeinde in Zugzwang. Die Vertretung bewilligte jetzt einstimmig rund 15 000 Euro für den Kauf einer anderen Fläche am Rande des Gewerbegebiets. Zudem geht die „Flachlandmähwiese“ im Tausch an den bisherigen Eigentümer des jetzt neu erworbenen Grundstücks über. Auf Drängen des CDU-Gemeindevertreters Dr. Hans-Jörg Leister wurde der Kauf an die Bedingung geknüpft, dass sämtliche zuständigen Stellen zuvor bestätigen, dass auf der zu erwerbenden Parzelle wirklich das Regenrückhaltebecken angelegt werden kann.

Bauprogramm für Wassernetz

Nach einer intensiven Debatte stimmte die Gemeindevertretung mehrheitlich dem Bauprogramm für das Wassernetz und die Wasseranlagen der Gemeinde für die Zeit bis 2020 zu. Es umfasst Ausgaben in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro.

Das Programm sei wichtig, weil die Zahlen auch in die Berechnungen der Arbeitsgruppe zur Erarbeitung einer Wasserbeitragssatzung einflössen, unterstrich Bürgermeister Lang. Er informierte die Gemeindevertreter, dass die Kalkulationsgrundlagen für die Arbeitsgruppe Wassersatzung am 25. März vorgestellt würden. Ein externes Büro war damit beauftragt worden.

Die Fraktionsvorsitzenden Gerhard Kauffunger (SPD) und Andreas Kimpel (CDU) unterstrichen übereinstimmend die Wichtigkeit des Plans. Die Vorlage wurde am Ende bei einer Enthaltung und zwei Gegenstimmen aus der CDU beschlossen. Für die Freien Wähler warnte Renate Frauenfelder davor, mit den Zahlen schon eine Richtungsentscheidung für die Wassersatzung vorzugeben.

Das Wasserbauprogramm schließt auch den Neubau des Hochbehälters Neukirchen ein. Dieses bis dato mit rund 790 000 Euro veranschlagte Projekt wird um rund 90 000 Euro teurer.

Die zusätzlichen Kosten entstehen, weil das Bauwerk, um den erforderlichen Wasserdruck sicherzustellen, an einem 40 Meter weiter bergauf gelegenen Standort gebaut werden muss. Gegen das Votum des CDU-Mannes Leister stimmten die Gemeindevertreter zu. Im Bericht aus dem Gemeindevorstand hatte Bürgermeister Lang mitgeteilt, dass sowohl der Schlachtraum im DGH Stärklos als auch der Schulungsraum der Feuerwehr von Schimmel befallen seien. Beide Räume könnten daher derzeit nicht genutzt werden. Das weitere Vorgehen werde geprüft.

Von Hartmut Zimmermann

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