Galaabend des Eiterfelder Carneval Vereins bot sechs Stunden gute Unterhaltung

Abschied von Gründungselfen

Geistliche auf der Bühne: Der Butler setzt gerne mal die Wodkaflasche an, wenn die Gäste wegschauen. Seine Gäste (von links): Kaplan Alexander Best, Pfarrer Karl-Josef Gruber, Pfarrer Josef Schlitt und Dechant Markus Blümel. Das Bild rechts zeigt Lilli Zentgraf als Bauchrednerin. Fotos: Desoi

Eiterfeld. Eine Mammutveranstaltung mit 20 Programmpunkten begeisterte beim Galaabend des Eiterfelder Carneval Vereins das Publikum. Spitzen-Büttenreden gewürzt mit fetzigen Tanzeinlagen lieferten eine perfekte sechsstündige Unterhaltung. Die Gründungselfen traten nach 22 Jahren aktivem Karneval unter großem Beifall ab. Seit Wochen war das Bürgerhaus Eiterfeld total ausverkauft.

Die Aktiven des ECV lieferten ein fulminantes Programm ab, gespickt mit vielen Überraschungen. Dass er geehrt wurde, erfuhr der Präsident Mathias Herber erst mitten in der Veranstaltung. Die zwei Ehrenpräsidenten Eberhard Wolfschlag und Hilmar Schäfer hatten sich im Vorfeld mit dem Chef des Protokolls im Karneval-Verband Kurhessen, Winfried Kollmann, verschworen. Der stimmlich angeschlagene Präsident Herber war sichtlich gerührt, als er den Karlsorden verliehen bekam. Sehr bald übernahm der Sitzungspräsident Hubert Hohmann das Zepter. Lilli Zentgraf, aktive Büttenrednerin und im Jugendelferrat, gab mit Handpuppe Herbert eine gekonnte Bauchredner-Einlage. Linkspartei-Abgeordneter Diether Dehm brachte den Saal mit einer Schelte über die „Bild“-Berichterstattung zum Thema „Wulff“ zum Mitsprechen des Kästner Zitates: „ ... dass Ihr den Kakao, durch den man Euch zieht, nicht noch zu trinken“. Die vier Geistlichen der Gemeinde, Kaplan Alexander Best, Dechant Markus Blümel, Pfarrer Josef Schlitt und Pfarrer Karl-Josef Gruber becherten und tratschten, mottogekleidet, vor dem Zirkus-Eingang. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge wurden die „Elfen“ entlassen. Unter großem Beifall des Publikums bedankten sie sich mit einem Diashow-Rückblick der letzten 22 Jahre.

Martin Caba von den Rhöner Sauwäntzt heizte schon einmal zum Mitsingen ein. Die Kehschwänz brachten den Saal dann richtig zum Kochen mit ihrem Eiterfelder Platt und ihren akrobatischen Leistungen. Beeindruckende Choreographien waren eine Augenweide: Tanzgarde Bienchen, Rote Funken, Eitrafunken, Rhöngarde und die Cathastrophe. Einen weiteren Abschied gab es von Tanzmariechen Anna Herbert:

Sie hatte Tanzpartner Thomas Aumann mit auf die Bühne geholt. Erhalten als Tanzmariechen bleibt dem ECV Lilli Herbst. Zwischendurch wurde es einmal sehr eng auf der Bühne, als der Heimatverein des Präsidenten Herber, der HCC Harmerz, mit Tanzgruppen, Musikanten und Hofstaat einzog. Wie jedes Jahr ließ sich auch der Elferrat nicht lumpen. Leider wurde im Saal keine Jungfrau ausfindig gemacht. So mussten behaarte Männerbeine in prallen Dirndl die Befehle des Zaubermeister Klausini ausführen und statt der Jungfrau eine Mitstreiterin „zerteilen“.

Von Christa Desoi

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