Für die Arbeiten an einer 90 Kilometer langen Gasleitung sind 150 Arbeiter im Einsatz

5000 Stahlrohre werden verlegt

Ein Bohrloch der besonderen Art: Bei Arzell unterquert die neue Leitung in acht Meter Tiefe bestehende Gas-Pipelines, einen Abwasserkanal und die Laugenleitung von K+S. Foto: Karl-Heinz Burkhardt

Eiterfeld. Seit Anfang Mai verlegt das Unternehmen Gascade 5000 Stahlrohre, durch die ab Januar 2014 rund 3,3 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr transportiert werden sollen. Jedes Rohr ist 18 Meter lang, misst im Durchmesser einen Meter und wiegt 6,8 Tonnen.

In den Ackerflächen werden die Rohre nach der Verlegung mit mindestens einem Meter Erde bedeckt. Doch es reicht nicht aus, auf der Trasse einfach einen gut zwei Meter tiefen Graben auszuheben, die Rohre dann hineinzulegen und dann das Ganze wieder zuzuschütten: „Schon beim Unterqueren von Feldwegen müssen mindestens 1,50 Meter Erde über dem Rohr liegen, und wenn wir bei Neuhof unter der A 66 und der Bahntrasse hindurch müssen, sind erheblich größere Verlegetiefen erforderlich“, erläutert Bauleiter Klaus Reisinger.

Riesige Spezialbohrer

Daher haben Fachleute zuvor errechnet, welche Tiefe der Rohrgraben an welcher Stelle im Gelände aufweisen muss. So sorgen die Männer mit den GPS-gesteuerten Baggern nicht nur dafür, dass die richtige Strecke eingehalten wird, sondern auch dafür, dass die Tiefe stimmt.

Doch an den besonders aufwendigen Stellen haben die Baggerfahrer Pause: Bei der Bahn- und Autobahn-Unterquerung, aber auch beispielsweise bei Arzell, wo bereits Gasleitungen und die Laugenpipeline von K + S liegen, werden die Rohre mit riesigen Spezialbohrern in den Boden gebracht. Acht Meter tief und 25 Meter lang ist der Arbeitsraum, den der Bohrer benötigt, um die 18 Meter-Rohre nach vorn zu schieben.

Während die Fachleute an diesen Stellen die Rohre einzeln verschweißen, wird in freiem Feld anders gearbeitet: Dann werden die von einer 100 Tonnen schweren Biegemaschine in Form gebrachten Teile zu Strängen von 200 bis 350 Meter Länge verschweißt und dann behutsam mit einer ganzen Reihe von Kränen in die Gräben abgesenkt. Mit einem Druck von rund 80 Bar wird das Gas durch die Pipeline strömen.

Daher wird jede Schweißnaht mehrfach mit speziellen Röntgen- und Ultraschall-Techniken untersucht. Gas darf erst strömen, wenn eine abschließende Druckprüfung mit Wasser gezeigt hat, dass alles in Ordnung ist.

Von Volker Nies und hartmut Zimmermann

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