Windräder als Barriere für den Vogelflug

Hindernis auf der Flugroute: Der Rhäden bei Obersuhl ist Zwischenlandeplatz für viele Zugvögel. Die geplanten Windräder im Seulingswald könnten jedoch den Weiterflug in die Winterquartiere erheblich stören. Skizze: roda

Friedewald. Der Bau weiterer Windkraftanlagen im Seulingswald bei Friedewald und Herfa würde neben den bisher von der Bürgerinitiative Friedewald artikulierten Beeinträchtigungen für Mensch, Landschaft und Natur, auch den Flug der Zugvögel in ihre Winterquartiere und zurück erheblich stören. Diese Bedenken äußerten Hartmut Schaub sowie Friedhelm Schönewolf von der Bürgerinitiative nun anlässlich einer Informationsveranstaltung in Friedewald.

Die Grundlage für diese Annahme liefert demnach ein Gutachten - fachlich auch Rastvogelmonitoring genannt - im Auftrag des Kasseler Regierungspräsidiums über durchziehende Vogelarten, die das Naturschutzgebiet Rhäden bei Obersuhl als Rastplatz für ihren Weiterflug in die wärmeren Regionen im Südwesten Europas und Nordafrikas benutzen.

Das Gutachten sei eine grundsätzliche Datenerhebung ohne Bezug zum Windkraftanlagenbau im Seulingswald, betonte Ricardo Gräf vom Naturschutzbund (NABU) Wildeck zu Beginn seines detaillierten Vortrags.

Darin wird der Rhäden als eines der bedeutensten Rastgebiete in ganz Hessen für durchziehende Vogelarten bezeichnet. Die aktuellen Ergebnisse stützen sich auf Expertenbeobachtungen des Herbstflugs 2015.

Bestand ermittelt

Ziele der Untersuchung waren Aussagen zur Bestandsgröße, zur Rastplatz- und umgebenden Raumnutzung sowie zur Phänologie (Jahresablauf periodisch wiederkehrenden Erscheinungen in der Natur) bedeutender Großvögel wie zum Beispiel Schwäne, Gänse, Enten, Störche, Reiher und mehr. Untersucht wurde unter anderem auch die Weiterflugrichtung ab Rhäden und die Flughöhe.

Gerade darauf bezogen würden jedoch die geplanten 14 Windräder besonders im Vorranggebiet Gaishecke und die sechs Anlagen auf der Hornungskuppe (Windpark Monte Kali) eine Barriere bilden, stellte Hartmut Schaub anderslautende Gutachten in Frage. Er und seine Mitstreiter von der Bürgerinitiative hoffen nun, dass die aktuelle Datenerhebung ein zusätzliches Argument gegen den großflächigen Windanlagenbau rund um Herfa liefert. (ha)

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