Gemeinde Friedewald ist gegen Transporte durch den Ort

Streit um Zufahrt bremst Windpark-Bau am Roteberg

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Friedewald. Trotz Streitigkeiten um die Zufahrt geht der Bad Hersfelder Investor Ingo Sauer davon aus, dass der geplante Windpark auf dem Roteberg zwischen Friedewald und Bad Hersfeld bis Jahresende fertig ist.

Die beauftragte Transportfirma hat einen Probeantrag für die Schwertransporte gestellt. Die sperrigen Bauteile wie Flügel und Maschinenhäuser sollen von der Autobahnabfahrt Friedewald kommend durch die Ortsdurchfahrt und weiter über die Alte Hersfelder Straße transportiert werden.

Diesem Vorhaben hat allerdings der Friedewalder Gemeindevorstand sein Einvernehmen verweigert. Sauer geht jedoch davon aus, dass übergeordnete Dienststellen die Genehmigung der Gemeinde ersetzen werden.

Die Kommune weise zwar einen Windpark aus, gestatte aber nicht die Zufahrt, gibt der Projektentwickler zu bedenken. Hingegen argumentiert die Gemeinde in ihrer Stellungnahme, dass bereits eine Nutzungsvereinbarung für eine Alternativstrecke über Wirtschaftswege nördlich von Friedwald abgeschlossen worden sei. Allerdings scheitert diese Variante am Widerstand von Grundstückspächtern.

Aber auch im weiteren Verlauf der Trasse durch den Ort gibt es noch ein Hindernis: Sauer streitet mit den Bewirtschaftern der von ihm erworbenen Grundstücke, ob die Pachtverträge ordnungsgemäß gekündigt wurden. Nachdem die Landwirte mehrere Großtraktoren quergestellt hatten, ruhen die Arbeiten für die Zufahrt (unsere Zeitung berichtete). J

etzt sollen Juristen klären, ob eine von den Pächtern unterschriebene Verzichtserklärung rechtlich gültig ist. Hartmut Schaub von der Bürgerinitiative Friedewald wirft dem Investor vor, er habe offenbar mit dem Baubeginn „frei nach dem Gusto früherer Großgrundbesitzer“ Fakten schaffen wollen. (jce)

Hintergrund: Fünf Windräder sind geplant

Der Bad Hersfelder Investor Ingo Sauer plant, mit der Bürger Wind Roteberg GmbH & Co. KG auf dem Roteberg zwischen Friedewald und Bad Hersfeld fünf Windkraftanlagen vom Typ Vestas V 117 zu errichten, zwei davon in der Gemarkung der Stadt Bad Hersfeld, drei auf dem Gebiet der Gemeinde Friedewald. Die Vestas-Anlagen haben eine Maximalhöhe von 199,5 Metern. Sie sind damit um einen halben Meter höher als die ursprünglich geplanten Nordex-Windräder. Mit 3,45 Megawatt pro Windrad sind die Vestas-Anlagen auch leistungsstärker als die Nordex-Windräder. Gegen das Bauvorhaben und weitere Windparks um Friedewald engagiert sich eine Bürgerinitiative.

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