Autobahnpolizei muss mehrere Fälle pro Woche aufnehmen

Zwischen Friedewald und Hönebach: Scharfe Kurve auf A 4 ist Unfallschwerpunkt

Hersfeld-Rotenburg. Mit 32 Unfällen seit Ende Mai gibt es auf der Autobahn 4 zwischen Friedewald und Hönebach einen extremen Gefahrenpunkt für Verkehrsteilnehmer.

Eine scharfe Linkskurve direkt hinter der Eichhorsttalbrücke und zu hohes Tempo sind dort Auslöser für viele schwere Unfälle. Grund für die starke Verschwenkung der Fahrbahn in diesem Teilstück ist der Anschluss der im Frühjahr freigegebenen Neubaustrecke an die bestehende alte A 4.

Dies ist auch bei der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil erkannt worden – sie begrenzte die zulässige Höchstgeschwindigkeit zur Verkehrsfreigabe Mitte Mai auf 100 Stundenkilometer – inzwischen gilt Tempo 80 für Autos und Tempo 60 für Lastwagen. „Nur daran halten sich die Wenigsten“, berichtet der Leiter der Polizeiautobahnstation Bad Hersfeld, Jürgen Jakubowski. Das belegen Geschwindigkeitsmessungen an dieser Stelle.

„Viele Fahrzeugführer sind überrascht von der Kurve“, berichtet er. Die Folge seien meist Alleinunfälle – zwei Schwerverletzte, zwei Leichtverletzte und Sachschäden von mehreren 100 000 Euro gebe es bislang.

Auch für die Polizisten sei es dort sehr gefährlich: „Bei den Unfallaufnahmen kommt es häufig zu brenzligen Situationen – Kollegen mussten über die Leitplanke springen, um nicht angefahren zu werden, und um Haaresbreite wäre es – trotz Blaulicht – fast um einen Streifenwagen geschehen gewesen“, berichtet der Dienststellenleiter. Besondere Sorge bereite zudem, was an dieser Stelle bei schlechtem Wetter passiert. „Bislang war es ja noch meist trocken, aber mit dem einsetzenden Herbstwetter wird es dort noch gefährlicher, weil der Fahrbahnbelag in dieser Kurve von neu auf alt wechselt“, sagt Jakubowski.

Eine Entschärfung durch den baldigen Weiterbau des nächsten Streckenabschnitts ist auch nicht in Sicht. Hessen Mobil steht in der Kritik, den Ausbau verzögert zu haben. (pgo)

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