Trachten- und Volkstanzgruppe Lautenhausen zeigte beim Dorfabend, was sie kann

Polka und Glückwünsche beim Dorfabend in Lautenhausen

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Daumen hoch für die Zukunft der TVG: Die Kinder-Tanzgruppe der seit nunmehr 60 Jahren bestehenden Trachten- und Volkstanzgruppe Lautenhausen durfte beim Dorfabend natürlich nicht fehlen.

Lautenhausen. Alles, was sie hat, und alles, was sie kann, zeigte beim 66. Dorfabend die 60 Jahre junge Trachten- und Volkstanzgruppe (TVG) Lautenhausen.

„Wir haben genau so oft Dorfabende veranstaltet wie die Bad Hersfelder in der Stiftsruine Festspiele!“, stellt Alfred Ries, der Vorsitzende der 121 Mitglieder starken Truppe, bei der Begrüßung in der bis auf den letzten Platz besetzten Bürgerbegegnungsstätte heraus.

Man merkte, dass die Aktiven vor dem Jubiläumsabend viel geübt haben: „Hessenland, du bist mein Heimatland“ und „Jetzt kommen die lustigen Tage“ von der verstärkten, von Tatiana Bauer geleiteten Gesangsgruppe – es klappte wie am Schnürchen. Vielleicht auch als Dankeschön an Doris Rohrbach, die die Gruppe 28 Jahre lang inspiriert hat, und die sich jetzt mit dem Solo „So leb dein Leben!“ verabschiedete. Stehender Applaus und Blumen waren ihr sicher.

Nach einem kurzen Rückblick, bei dem deutlich wird, wie viel Idealismus und Ausdauer jedes Vereinsmitglied für das Aushängeschild der Gemeinde aufgebracht hat, kam die Kinder-Tanzgruppe an die Reihe. Alle sind beglückt, dass den lachenden Jungen und Mädchen das Tanzen der Sternpolka und des Stoppgalopps so viel Spaß macht. „Ihr macht das richtig, richtig gut“, unterstrich Alfred Ries, der gleich darauf langjährige Mitglieder auszeichnet.

Lob vom Bürgermeister

Bürgermeister Dirk Noll lobte den TVG über den grünen Klee („Es gibt keinen besseren Verein!“) und erklärt, auch beim 100. Dorfabend vorbeischauen zu wollen. Die Erste Kreisbeigeordnete Elke Künholz („Sie haben ein Stück Heimat gerettet und Gemeinsinn gestiftet“) sprach die Verbundenheit mit der Region an. Landtagsabgeordneter Torsten Warnecke (SPD) überreicht die obligatorische Stracke, Staatsminister Michael Roth grüßte schriftlich, und der „ortseigene“ Bundestagsabgeordnete Helmut Heiderich (CDU) lud die TVG-Mitglieder von Ferne aus zu einer Reise nach Berlin ein.

Achim Brenn (Ruhla), Sieglinde Angersbach (Ausbach) sowie Irmgard Schmidt (Tann) grüßten für die Nachbarvereine, die eigens angereiste Bürgermeisterin Asa Karlsson übermittelt die Glückwünsche der mit der TVG 40 Jahre lang freundschaftlich verbundenen schwedischen Gruppe „Götene Folkdansgille“.

66. Dorfabend und Tanz in Lautenhausen

Dann ging es Schlag auf Schlag: Die Erwachsenentanzgruppe verzückt mit dem vor 44 Jahren uraufgeführten Lautenhäuser Medley „Horch was kommt von draußen rein“, die Kinder-Theatergruppe demonstrierte eindrucksvoll, mit wie vielen originellen Ausreden man „in der Schule“ nicht gemachte Hausaufgaben begründen kann, und Horst Deiseroth, Dieter Heusner sowie Bernd Möller begeisterten „Am Biertisch“ mit originellen Betrachtungen zu örtlichen Ereignissen.

Absoluter Höhepunkt aber war wenig später das einen Lacher nach dem anderen hervorrufende Stück der Theatergruppe: „Suche Fresser, weiblich!“ Während der von der ledigen Vroni auf eine Anzeige hin eingeladene erste Bewerber ein junges Rind – und keine alte Jungfrau – sucht, findet die etwas eigenwillige Bauerstochter im besser arrangierten zweiten Anlauf mit dem Witwer Franz Unverdorben das große Glück „mit gerammelt voller Speisekammer“.

Ein toller, dreistündiger, von Maximilian Branz und André Güth engagiert moderierter und der Musikgruppe des TVG musikalisch umrahmter Abend.

Von Wilfried Apel

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