Die Reittherapie zeigt erste Erfolge: Mona steht für kurze Zeit auf eigenen Beinen

Endlich laufen lernen

Die am Rett-Syndrom erkrankte Mona sitzt auf ihrem Therapiepferd . Links daneben streichelt ihr großer Bruder Nick das Pferd. Die Hippotherapie soll das Gleichgewicht verbessern. Foto: Sell

Mansbach. Lachend sitzt Mona auf ihrem Therapiepferd und berührt mit ihren kleinen Händen dessen Mähne, um das Tier zu streicheln. Das ist gut, denn dadurch werden die automatischen Bewegungen, wie zum Beispiel das für das Rett-Syndrom typische „Händekneten“, unterbrochen.

Die vierjährige Mona leidet an einer genetisch verursachten Erkrankung mit der Folge einer schweren geistigen und körperlichen Behinderung. Deswegen bedarf es intensiver Therapiemaßnahmen und Pflege rund um die Uhr. Pro Jahr erkranken etwa 50 Mädchen an dem Rett-Syndrom.

Fast drei Monate nach dem Benefiztag, der für Mona und ihre Familie von vielen engagierten Menschen am 12. Juli auf dem Sportplatz in Mansbach veranstaltet wurde (die HZ berichtete), läuft die Reittherapie, auch genannt „Hippotherapie“, auf Hochtouren.

Kämpfen jeden Tag

„Für die Genforschung, die jährlich durch den Verein ‘Elternhilfe für Kinder mit Rett-Syndrom’ finanziell unterstützt wird, fehlt zusätzliches Geld“, erklärt Mutter Sylva Bredy. „Wir kämpfen jeden Tag um Monas Gesundheit.“ Das Rett-Syndrom kann nicht geheilt werden, aber eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten hilft den Kindern, sich weiter zu entwickeln.

Durch den Erlös des Benefiztages kann sowohl das geplante Therapiezimmer, als auch die für Mona so überaus wichtige Reittherapie finanziert werden. Diese müsse privat bezahlt werden und erhöhe die Chance für Mona, laufen zu lernen, enorm. Denn durch das Reiten werden Muskeln aufgebaut und gestärkt, sodass eine Verkrümmung der Wirbelsäule verhindert werden könne, erklärt Vater Uwe Bredy. Die Bewegungen des Pferderückens wirke fördernd auf Gleichgewichtsreaktionen und Koordination. Durch das Balancieren solle sich Mona eine Grundstabilität aneignen.

„Wenn Mona von der Reittherapie kommt, lacht sie so viel und sie freut sich viel mehr als vorher.“, sagt Sylva Bredy. „Vielleicht geben die Pferde ihr Energie.“ Neben der Reittherapie macht Mona Krankengymnastik und Logopädie, und bereits jetzt sind beachtliche Fortschritte der kleinen Mona zu beobachten. Dank der Unterstützung kann sie bereits alleine aufrecht auf ihrem Therapiepferd sitzen und auch für einen kurzen Moment auf eigenen Beinen stehen. „Wir können es gar nicht in Worten ausdrücken, wie wir uns über die Hilfsbereitschaft freuen.“, sagt Uwe Bredy.

Amazon spendet

Die Elternhilfe für Kinder mit Rett-Syndrom kann durch eine Online-Bestellung bei Amazon unterstützt werden. Auf der Internetseite www.rett.de klickt man links auf das Amazon-Zeichen und gelangt direkt auf die Startseite. Dann können wie gewohnt Bestellungen aufgeben werden. Zusätzliche Kosten entstehen dabei nicht, aber Amazon spendet pro Bestellung einen kleinen Betrag an die Elternhilfe. www.rett.de

Hintergrund

Von Franziska Sell

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