Bürger und Gemeinde sehen historische Ansicht des Ortsteils in Gefahr

RP genehmigt fünf Windkraftanlagen in Buchenau

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In Buchenau sollen Windkraftanlagen geplant werden.

Buchenau. Das Regierungspräsidium (RP) Kassel als zuständige Genehmigungsbehörde hat grünes Licht für die fünf von Abo Wind aus Wiesbaden geplanten Windkraftanlagen im Privatwald bei Buchenau gegeben. Das teilte die Marktgemeinde Eiterfeld jetzt mit. Man sei sehr enttäuscht.

Weitere zehn Anlagen in Buchenau möchte die Syn-Energie als Unternehmen der Rhön Energie Fulda errichten lassen (wir berichteten mehrfach). Der Antrag dafür liegt dem RP zur Genehmigung vor.

Gegen die Windkraftpläne im Drei-Schlösser-Ortsteil hat sich unter anderem eine Bürgerinitiative gewehrt, und auch die Gemeindevertretung und der Gemeindevorstand hatten die Pläne abgelehnt. Gründe waren naturschutz- und vor allem denkmalschutzrechtliche Bedenken.

"Die Genehmigung durch das Regierungspräsidium erfolgte trotz der denkmalschutzrechtlichen Bedenken, die von den Bürgerinnen und Bürgern und den Bürgerinitiativen vorgetragen wurden", heißt es in der Pressemitteilung der Marktgemeinde. "Somit wurden auch das nicht erteilte Einvernehmen der Standortgemeinde Eiterfeld und die Stellungnahme der Denkmalschutzbehörde des Landrates des Landkreises Fulda, die ihre Bewertung im Einvernehmen mit dem zuständigen Landesamt in Wiesbaden erteilte, durch das Regierungspräsidium unter Berufung auf § 13 Bundesimmissionsschutzgesetz ersetzt."

Bürgermeister fürchtet weitere Politikverdrossenheit

Das Regierungspräsidium gelange zu der Feststellung, dass die zu berücksichtigenden Kulturdenkmäler - Schlösser und Burgen, die Kirchen, das Generalshaus sowie die historische Gesamtansicht in Buchenau -  durch das Vorhaben nicht beeinträchtigt würden. Im Genehmigungsbescheid stelle das RP fest, dass es als immissionsschutzrechtliche Genehmigungsbehörde in seiner Funktion nicht an die fachliche Beurteilung der Denkmalschutzbehörde sowie des Landesamtes für Denkmalpflege gebunden sei.

Eiterfelds Bürgermeister Hermann-Josef Scheich hingegen ist der Meinung, dass die historische Ansicht Buchenaus durch den Bau der Windkraftanlagen negativ beeinträchtigt werde. Die durch das Regierungspräsidium getroffene Entscheidung sei für die Marktgemeinde und ihre Bürger nicht nachvollziehbar, da es an einer nachvollziehbaren Begründung fehle. Das Gemeindeoberhaupt bedauert die Entscheidung des Regierungspräsidiums und fürchtet eine weitere Politikverdrossenheit in der Bevölkerung. (red/nm)

Infoabend zur Windkraft in Buchenau

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